Bulle & Bär
Tag der Arbeit – ohne Arbeit an der Börse

Die Deutsche Börse begeht am 1. Mai den Tag der Arbeit und arbeitet nicht. Und sie feiert nicht Christi Himmelfahrt, wo normalerweise gearbeitet wird. Dass an der Deutschen Börse an diesem christlichen Feiertag nicht gehandelt wird, ist indes gar nicht so selbstverständlich.

HB FRANKFURT. Und weil der landläufig auch als "Vatertag" bekannt ist, an dem mancherorts Väter mit Bollerwagen, Bierfass und Hüten mit Sprüchen wie "Unser Vati ist der Beste" durch die Walachei ziehen, ist die Entscheidungsfindung, was man an diesem Tag tun sollte, besonders schwierig. Speziell "Christliche Gewerkschafter mit Kind" trifft es besonders hart.

Gut, dass da die Deutsche Börse wenigstens ihre Pforten geschlossen hat. "Christliche, gewerkschaftlich organisierte Börsianer mit Kind" würden an diesem Tag sonst wohl den Super-Gau erleben.

Dass der Handelskalender der Deutschen Börse an diesem Tag das blaue Symbol für "Kein Handel" zeigt, ist indes gar nicht so selbstverständlich. Das ist am 1. Mai zwar immer so, der Feiertag Christi Himmelfahrt gehört indes seit Anfang 2000 zu den vier Feiertagen, an denen Börsianer zur Arbeit müssen. Die anderen drei sind übrigens Pfingstmontag, Fronleichnam und der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober.

Richtig interpretiert heißt dies also: Die Deutsche Börse begeht am 1. Mai den Tag der Arbeit und arbeitet nicht. Und sie feiert nicht Christi Himmelfahrt, wo normalerweise gearbeitet wird.

Wem das alles noch immer nicht kompliziert genug ist, der bekommt jetzt noch ein Bonmot aus dem vergangenen Jahr dazu serviert. Da hatte die Deutsche Börse nämlich am Pfingstmontag - wir erinnern uns: Da wird dort eigentlich gehandelt - ebenfalls geschlossen. Die Begründung: An diesem Tag wurde in den USA der Kriegsopfer gedacht, deswegen war die Wall Street geschlossen und deswegen mussten auch deutsche Händler nicht ran. Schließlich war der grundsätzliche Gedanke bei Einführung des Feiertagshandels in Deutschland vor acht Jahren, dass der Finanzplatz Deutschland an solchen Tagen ins Hintertreffen gerät, wo er wegen kirchlicher oder nationaler Feiertage bislang die Pforten geschlossen ließ, an denen New York, London und Tokio handelten.

Daraus wiederum jetzt abzuleiten, die Deutsche Börse ist immer dann zu, wenn in New York zu ist, stimmt auch wieder nicht. Die Geburtstage von George Washington und Martin Luther King sowie Thanksgiving feiert die Deutsche Börse ausdrücklich nicht!

Man muss sich deshalb nicht wundern, warum in Deutschland auch im Jahr acht des Feiertagshandels niemand versteht, wann und warum an welchen Feiertagen gehandelt wird. Weil sowieso nie was los ist, bekommt es die breite Masse der Privatanleger ohnehin fast nie mit.

Übrigens: Im kommenden Jahr fällt der Tag der Deutschen Einheit auf einen Samstag. Da ist die Börse dann auch zu.

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