Bulle und Bär
Top-Manager verbreiten Gefühl der Stärke

Haben da manche Leute die Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten in den letzten Wochen nicht mitbekommen? Oder wissen sie tatsächlich mehr als der Rest der Anleger?

FRANKFURT. Während die breite Masse wegen der globalen Gefahren, die von der US-Immobilienkrise ausgehen könnten, in heller Aufregung ist, Banker ihren Urlaub abbrechen und manche gar über eine aufkommende Sinnkrise klagen, decken sich die Top-Manager ähnlich stark mit Papieren ihrer Unternehmen ein wie sie das zuletzt vor rund einem Jahr getan haben. Damals ging es anschließend mit den Kursen bis zum Jahresende bekanntlich im zweistelligen Prozentbereich nach oben.

Vergleichen lässt sich die Situation damals wie heute jedoch nicht. Im August 2006 stand der Dax bei rund 5700 Punkten. Zuerst merkten damals die Manager, anschließend das Gros der Anlegergemeinde, wie gut die wirtschaftliche Lage überhaupt war und welches Kurspotenzial sie doch noch bieten würde.

Im August 2007 hat sich das Gesamtbild zwar nicht grundlegend geändert, aber doch eingetrübt. Die US-Immobilienkrise mit ihren beinahe täglich neuen Hiobsbotschaften lässt Fondsmanager vorsichtig werden, ebenso die Aussicht auf ein allmähliches Ende des seit fünf Jahren andauernden Konjunkturaufschwungs. Das könnte sich bereits in den Zahlen des dritten Quartals widerspiegeln, die ab Anfang Oktober auf die Anleger niederprasseln.

Dass die Top-Manager trotz dieser Gemengelage zukaufen, liegt zum einen an ihrem Wissensvorsprung, was die Lage des eigenen Unternehmens angeht. Zum anderen vernachlässigen die Top-Manager viele Einflussfaktoren wie etwa politische Krisen oder volkswirtschaftliche Kennziffern bei ihrer Anlageentscheidung. Der Fokus liegt zumeist ausschließlich auf der Entwicklung des eigenen Unternehmens.

Die Subprime-Krise interessiert sie nur, wenn sie für die eigene Bilanz Ungemach versprechen würde. Und eine mögliche Konjunkturabschwächung lässt sich leicht am eigenen Auftragseingang absehen. Wer jetzt kauft, befürchtet auch keine Gefahren eines eventuell schwächeren dritten Quartals. Das ist schließlich zur Hälfte vorüber und zur anderen Hälfte weitgehend absehbar.

Die vielen Manager, die jetzt einsteigen, gehen davon aus, dass die allermeisten Unwägbarkeiten der letzten Wochen an "ihrem" Unternehmen vorbei gehen werden. Und sie handeln gleichzeitig aus einem gesunden Selbstbewusstsein heraus. "Mein Unternehmen kann noch mehr. Und das wird es schon bald am Aktienmarkt beweisen", so der Tenor.

Mit dieser Einstellung hatten die Top-Manager bereits im August des Jahres 2006 Recht. Gut möglich, dass sie damit auch zwölf Monate später richtig liegen. Die oft gehörte Aussage, dass die Unternehmensinsider stets ein besonderes Gefühl für lukrative Marktsituationen haben, würde sich damit einmal mehr bewahrheiten.

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