Bulle & Bär
United Power wird IPO-Bilanz nicht aufpolieren

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass mit dem chinesischen Unternehmen United Power der sechste Börsengang in diesem Jahr ein Erfolg wird. Aber: Die Lage für Börsenkandidaten in Deutschland wird dieser IPO kein Stück verbessern.
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FRANKFURT. Anfang Oktober ist es, jetzt müsste es eigentlich wieder losgehen mit den Börsengängen in Deutschland. Schon seit Wochen sind die wichtigen Investoren aus dem Urlaub zurück, mit den wichtigen Käufern könnte man also reden. Schließlich waren der Oktober und der November früher in guten Börsenphasen Monate mit vielen Neuemissionen.

Mit der chinesischen United Power Technology Group wagt sich zumindest ein Kandidat an die Öffentlichkeit. Dessen Geschäftsmodell - die Herstellung von tragbaren Stromgeneratoren für Privathaushalte - ist in westlichen Industrieländern zwar kaum bekannt. In 40 anderen Ländern der Erde ist man jedoch vertreten. Auf dass der Strom für Fernsehen und Internet auch in die entlegendste Hütte kommt!

Nun konnten sich viele auch zu manch anderem Börsengang aus China wenig vorstellen. Doch sogar Bambus als Baustoff und Nahrungsmittel, wie ihn vor drei Jahren Asian Bamboo anpries, hat an der Deutschen Börse einen erstaunlichen Werdegang genommen. Obwohl unmittelbar nach der Emission die Finanzkrise losbrach, steht die Aktie heute mit einem Plus von 150 Prozent da. Und der Armaturen-Hersteller Joyou, der als letztes chinesisches Unternehmen hier an die Börse ging, notiert zumindest nahe des Ausgabekurses.

Die Chancen für United Power stehen nicht schlecht

Insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass mit United Power der sechste Börsengang in diesem Jahr ein Erfolg wird. Die Lage für Börsenkandidaten in Deutschland wird dies jedoch keinen Deut verbessern. Das Emissionsvolumen dürfte sich bei United Power wie bei den anderen Chinesen im mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich abspielen. Solche Größenordnungen sind weit davon entfernt, potenzielle Nachahmer anzuziehen. Noch einmal fünf Neulinge könnten es bis Jahresende werden, hieß es im Sommer. Heute wäre man froh, wenn es tatsächlich noch einmal fünf werden würden.

Zu weit gehen die Preisvorstellungen von Verkäufern, also Unternehmen und ihren Banken, und Käufern, also Fonds, Kapitalsammelstellen und Privatanlegern auseinander. Das haben gerade die Experten des Beratungshauses Ernst & Young festgestellt. Jede Seite zieht aus ihren jeweiligen Zukunftserwartungen unterschiedliche Schlüsse, große Zugeständnisse gibt es nicht.

Der Blick geht also etwas wehmütig weiter nach China, wo gerade mit der Agricultural Bank of China der mit 22 Mrd. Dollar größte Börsengang aller Zeiten stattfand. Wer es gerne etwas näher hätte, der darf nach Polen blicken, wo die Privatisierungswelle der Warschauer Börse in diesem Jahr schon 28 Neulinge bescherte. Dort ist was los, hier hingegen so gut wie nichts mehr.

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