Bulle & Bär
Unterschätzter Dollar

Vorsicht Risiko! Auf dem glatten Parkett der Finanzmärkte ist schon so mancher Anleger ausgerutscht. Wer erfolgreich sein will, muss einige grundlegende Dinge beachten.

FRANKFURT. Vorsicht Risiko! Auf dem glatten Parkett der Finanzmärkte ist schon so mancher Anleger ausgerutscht. Wer erfolgreich sein will, muss einige grundlegende Dinge beachten. Eine wichtige Zutat für das „Erfolgsrezept Börse“ ist die eigene Meinung. Wer dem Herdentrieb folgt, ist verloren. Denn dieser Anleger wird an bestimmten Punkten eines Zyklus, meist an den Höhe- und Tiefpunkten, Geld einbüßen. Folgt ein Anleger indes der „Contrary Opinion“ - weicht er an diesen Punkten also von der herrschenden Meinung diametral ab, kann er in die Fußstapfen von Anleger-Legenden wie Peter Lynch oder Warren Buffett treten.

Sich gegen die herrschende Meinung zu stellen, ist nicht nur bei Aktien, sondern stärker noch bei Devisen ein Ertragsbringer. Die Währungskomponente ist eine der wichtigsten Größen bei Kapitalanlagen. Wer die Chancen und Risiken von Devisen in seiner Anlagestrategie vernachlässigt, begeht einen Fehler. Wenn Anleger in der Euro-Zone derzeit Anlagechancen auf dem Börsen-Globus analysieren, kommt der Dollar-Raum nicht gut weg. Nach gängiger Meinung werden die Kapitalströme künftig in Richtung Brasilien, Russland, Indien und China (Modekürzel: Bric) fließen.

Auch dem Euro wird viel zugetraut. Einige Experten sehen den Euro schon bald bei 1,50 Dollar. Diese Erwartung basiert auf fundamentalen Faktoren wie etwa dem US-Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit. Zudem fragen sich Amerikas Politiker, wie ihr Land auf Wachstumskurs zu halten ist. Nach dem ökonomischen Schub des Investitionsbooms in den 80er-Jahren übernahmen die durch Zinstiefs gelockten Verbraucher später die Rolle der Konjunkturlokomotive. Dieser Impuls verliert wegen steigender Zinsen und der hohen Konsumentenverschuldung an Wirkung.

Prosperieren kann die US-Konjunktur künftig über den Export. Trotz aller Beteuerungen, einen starken Dollar zu wollen, könnte Washington dem egoistischen Motto des „America first“ folgen und den Dollar über die Märkte „fallen lassen“. So könnte sich der Export zum Motor der US-Wirtschaft entwickeln. Ein weiteres Baisse-Argument: Viele Notenbanken reduzieren den Dollaranteil in ihren Währungsreserven.

Die Prognosen einer drohenden Dollarschwäche klingen also logisch. Aber dort, wo Fachleute unisono negativ für eine Anlageklasse sind, lohnt es sich, mehrmals hinzuschauen. Im Dollar, der in der Fachwelt ausschließlich negativ gesehen wird, haben sich die Akteure wahrscheinlich mit konkreten Investments in diese Richtung positioniert. Mit anderen Worten: „Die Welt ist short im Dollar!“ Wenn alle jene, nicht zuletzt über Derivate auf einen sinkenden Dollar ausgerichteten spekulativen Investments dann fällig werden, sich die Spekulanten also eindecken und Dollar kaufen müssen, drohen ökonomische Daten sehr rasch ihre Wirkung zu verlieren. Selbst die Parität von Euro und Dollar ist dann keine Utopie.

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