Bulle & Bär: Uran-Explorationsfirmen: Wie Gewinne strahlen

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Uran-Explorationsfirmen: Wie Gewinne strahlen

Es gibt Kursverläufe, die muten wie ein Datenbankfehler an. In diese Gruppe gehören Paladin Resources und Summit Resources. Wer die Geschichte der australischen Uran-Explorationsfirmen nicht kennt und einen Dreijahres-Chart ausdruckt, der glaubt zuerst an einen Irrtum.

FRANKFURT. Die Notierungen starteten bei ein paar Cent und stehen jetzt bei knapp fünf und zehn australischen Dollar. Im Fall von Summit heißt das: 34 000 Prozent Kursgewinn. Die Aktie hat wohl den Oscar für die weltbeste Performance verdient. Daran ändern die aktuellen Börsenabstürze wenig.

Hinter den Reichmachern verbirgt sich eine Story, die in Deutschland lange unbekannt blieb: Uran als Geldanlage. Traditionellen Öko-Freaks sträuben sich die Haare. Doch in letzter Zeit steht sogar die Abkehr vom Atomausstieg hier zu Lande zur Diskussion. Die globale Erwärmung lässt grüßen. So manchem dämmert, dass Nuklearenergie bei der Senkung der Kohlendioxidemissionen helfen kann. Außerhalb Deutschlands fährt der Zug schon lange Atom-Kurs. Weltweit sind 435 Reaktoren in Betrieb, 28 werden gebaut, 64 sind geplant, über 158 weitere wird nachgedacht.

Allerdings reicht das Uranangebot nicht zur Deckung der Nachfrage. Deshalb würde sich Paladin liebend gern Summit einverleiben. Das Übernahmeangebot ließ den Summit-Kurs am Dienstag an der Börse Sydney um mehr als ein Viertel nach oben springen. Der Uranpreis schießt ebenfalls durch die Decke. Vor einigen Jahren war das halbe Kilo noch für knapp über sieben Dollar zu haben. Vor wenigen Tagen hüpfte der wöchentlich festgestellte Preis um zehn Dollar – es war der höchste Sprung aller Zeiten – auf sage und schreibe 85 Dollar. Und einige Fachleute haben schon die magische Marke von 100 Dollar im Auge. Anleger mögen ungläubig auf das Geschehen blicken. Nach den rasanten Kursentwicklungen wird wohl kaum jemand noch einsteigen wollen. Noch dazu, wo Uran kein Rohstoff wie jeder andere ist. Es gibt weder Terminkontrakte noch Optionen, meist nehmen die Versorger Uran direkt vom Hersteller ab.

Sogar die auf diesem Feld exponierte Researchfirma Sprott Securities ist in ihrer jüngsten Studie zurückhaltend. Deutliche Unterbewertungen macht sie nur noch bei Aktien wie UEX, Aurora Energy, Denison Mines oder Tournigan Gold aus. Aber viele der Adressen sind nur an der Wagniskapitalbörse in Kanada notiert, von Ausnahmen wie dem kanadischen Marktführer Cameco einmal abgesehen. Hier sind also starke Nerven gefragt.

Enthusiasten werden dennoch auf einige Zertifikate schauen. Emittenten wie UBS, Merrill Lynch und die Société Générale offerieren Produkte auf Körbe von Aktien der Produzenten. Auch die ersten Fondsangebote sind jetzt am Markt. Aber das ist nur etwas für Mutige mit Vertrauen in die langfristigen Chancen. Eines dürfte allerdings klar sein: Fabelgewinne von 34 000 Prozent sind kaum wiederholbar.

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