Bulle & Bär
Uran strahlt schwächer

Es ist einer der heftigsten Abstürze an den Kapitalmärkten während der letzten Monate: Das halbe Kilo Uran kostet derzeit 85 Dollar - im Juni wurde noch ein Rekordpreis von 138 Dollar gezahlt. Konsequenterweise gingen die Kurse von Uranförderern in den Keller. Der kanadische Marktführer Cameco verlor in vier Wochen ein Drittel seines Wertes. Die Börsenbewertung vieler Explorationstitel hat sich seit dem Frühjahr sogar glatt halbiert.

FRANKFURT. Jetzt stellen sich Anleger die Frage nach den Perspektiven in einem stark überhitzten Nischenmarkt. Die Antwort: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Lediglich die Spekulanten verabschiedeten sich vom Uranthema. Dafür haben sie Gründe: Die allgemeine Unsicherheit durch die US-Hypothekenkrise lädt zu Gewinnmitnahmen ein. Außerdem verkaufte das US-Energieministerium im August eine größere Menge des Rohstoffs, was den Preis drückte.

Die DZ Bank wertet den Einbruch als kräftige, aber notwendige Korrektur. An ihrer längerfristig guten Stimmung für Uran wollen die Banker nicht rütteln. Das fundamentale Rahmenwerk bleibt intakt. Die Haussiers haben immer wieder auf das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage hingewiesen, das noch einige Jahre das Marktgeschehen bestimmen dürfte. Während die Menge des aus alten Atomwaffen zurückgewonnenen Materials sinkt, wächst der Bedarf in den Kernkraftwerken. Der Weltverband der Nuklearindustrie zählt derzeit mehr als 400 Kraftwerke. Über 100 werden momentan gebaut oder sind geplant, über rund 200 neue Meiler wird ernsthaft nachgedacht.

Aus gutem Grund hat Uran die stärkste Preisrally unter allen Rohstoffen hinter sich gebracht. Nach dem Tiefpreiszeiten von sieben Dollar vor sechs Jahren setzte eine Neubewertung ein. Immer mehr Marktteilnehmer sahen in dem strahlenden Metall einen billigen Energielieferanten, der ohne umweltschädliche Kohlendioxidemission auskommt - ein Plus etwa gegenüber Öl.

Anleger stehen bei Interesse an der Uran-Story vor einer schweren Wahl. Am ehesten kommen Aktien der wenigen börsennotierten Förderfirmen in Frage, auch wenn deren Kurse stark schwanken. Neben der kanadischen Cameco nennen Analysten beispielsweise gerne Denison Mines.

Ein hohes Risiko tragen die an der Börse notierten Explorationsfirmen, die im Zuge der Uran-Hausse aus dem Boden geschossen sind. Das Gros dieser Gesellschaften wird nie das Förderstadium erreichen. Darauf müssen sich auch mutige Anleger einstellen.

Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann unter einer Reihe von Alternativen wählen. Einige Banken offerieren Zertifikate auf Aktienkörbe von Uranproduzenten. Hier ist zumindest das Unternehmensrisiko über mehrere Adressen gestreut. Ein größeres Polster bieten einige spezialisierte Rohstofffonds, die einen relativ hohen Anteil an Uranpapieren im Depot halten.

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