Bulle & Bär
Verhexte Welt für T-Aktionäre

Verhexte Börsenwelt. Zumindest für T-Aktionäre. Da verdient die Deutsche Telekom im laufenden Jahr netto 4,7 Mrd. Euro, zahlt im nächsten Frühjahr so viel Dividende wie noch nie und geht nach Jahren des Sparens in die Investitionsoffensive.

DÜSSELDORF. Aber der Aktienkurs fällt und fällt. Und das bei einer boomenden Börse. Selbst die Ankündigung, 32 000 Mitarbeiter in den nächsten Jahren zu entlassen, was üblicherweise die Kurse eher beflügelt als lähmt, lässt die Börse kalt. Doch Besserung ist in Sicht: Spätestens, wenn sich das Klima für die Aktienmärkte wieder eintrübt, sollte es mit der T-Aktie aufwärts gehen.

Während der Deutsche Aktienindex (Dax) in diesem Jahr schon ein Viertel an Wert gewann, ist die Telekom mit einem Minus von 16 Prozent größter Verlierer in Deutschlands erster Börsenliga. Eine Aktie kostet nur noch knapp 14 Euro. Was Aktionäre bei der Telekom im Moment gar nicht lieben: Hervorragende Firmenergebnisse prallen auf gedämpfte Perspektiven. Zwar verdienen die Bonner üppig, und die Menschen telefonieren immer mehr. Doch die Margen des Unternehmens drohen immer weiter zu sinken. Nach dem Preisverfall im Festnetz geht es jetzt im Handymarkt ans Eingemachte: Die Minutenpreise fallen rapide.

Weil die Konkurrenten nicht locker lassen und immer aggressiver angreifen, hat Konzernchef Kai-Uwe Ricke das Ruder herumgerissen. Priorität hat jetzt nicht mehr der von ihm erfolgreich begonnene Schuldenabbau. Immerhin gelang es, die Verbindlichkeiten in nur vier Jahren von 71 auf 40 Mrd. Euro zu verringern. Doch von nun an will der Ex-Monopolist wieder angreifen, in Europa und vor allem in den USA mehr investieren und Kunden mit günstigen Handys und kostenlosen DSL-Modems locken. Vorsorglich kündigte Ricke deshalb an, dass 2006 nur noch weniger als 21 Mrd. Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen abfallen werden. Eine Milliarde weniger als bislang gedacht.

Freilich sind das immer noch gigantische Summen. Unterm Strich dürfte immerhin so viel wie im laufenden Jahr übrig bleiben. Also wieder 4,7 Mrd. Euro. Das reicht aus, um die Dividende hoch zu halten. Im nächsten Jahr werden es 65 oder gar 70 Cent pro Aktie sein. 2007 dürfte für das Geschäftsjahr 2006 kaum weniger herauskommen. Das entspricht beim aktuellen Aktienkurs einer Rendite von mehr als vier Prozent. Das ist mehr, als eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren bietet.

Hohe Nettogewinne, verglichen mit den meisten anderen Unternehmen stabile Einnahmen und üppige Ausschüttungen dürften ihre Wirkung auf Dauer aber nicht verfehlen. Spätestens dann, wenn sich die Weltkonjunktur abkühlt und die Börse insgesamt unter Druck gerät, werden Werte wie die Deutsche Telekom gefragt sein. Dann dürfte die T-Aktie ihre derzeit dornenreiche Börsenzeit beenden und den letzten Dax-Platz weit hinter sich lassen.

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