Bulle & Bär
Vermeintlich entspannte Börsenwoche

Das Meinungsbild am Aktienmarkt ist nach den jüngsten Gewinnen so geteilt wie lange nicht mehr. Von einer Bärenmarktrally sprechen die einen, von einer Kaufpanik die anderen. Wer richtig liegt, wird die nächste Woche sicher noch nicht beantworten. Aber Überraschungen könnte es an der Börse auch vor Ostern noch einmal reichlich geben.

FRANKFURT. Osterferien, geringe Umsätze und eine „kurze Woche“: Die Vorzeichen dafür, dass die neue Woche nicht allzu aufregend wird, sind gegeben. Dennoch ist auch diese datenarme Woche zwischen Montag und Gründonnerstag nicht frei von Überraschungen.

Das hängt vor allem davon ab, wie die in der Mehrheit immer noch schlechten Konjunkturmeldungen Einfluss auf das Börsengeschehen nehmen oder ob tatsächlich – wie zuletzt des öfteren behauptet – ein Gewöhnungseffekt und eine Abkopplung von den kontinuierlichen Schreckensbotschaften stattfindet. Eine Schlüsselrolle fällt dabei wieder verstärkt den Unternehmen selbst zu. Nachdem die Phase der Quartalszahlen vergangene Woche zu Ende gegangen ist, folgt nun die Zeit der Hauptversammlungen. Merck und MAN haben am Freitag schon mit einem Stimmungsbild aus einer noch einige Zeit anhaltenden Krise und manchen zumindest kleinen Hoffnungszeichen den Boden bereitet. Ähnlich könnte das Szenario sein, das Aktionäre am Mittwoch von Daimler-Chef Dieter Zetsche vorgelegt bekommen.

Dabei ist das generelle Meinungsbild am Aktienmarkt durch die teils vehementen Kursgewinne der vergangenen Woche so geteilt wie lange nicht mehr. Von einer Bärenmarktrally, also einer nur kurzzeitigen Erholung in einem anhaltenden Abwärtsverlauf, sprechen die einen. Von einer „Kaufpanik“, um den bereits anfahrenden Zug nach oben nicht zu verpassen, die anderen. Dazwischen gibt es kaum etwas. Durchaus möglich ist es deshalb, dass der wohl deutliche Rückgang der Industrieproduktion in Deutschland und in anderen Ländern, mit dem viele Börsianer am Donnerstag vor Ostern rechnen, wegen der anstehenden Feiertage kaum noch registriert wird. Das voraussichtlich wieder gestiegene Handelsdefizit der USA, das anschließend noch am Nachmittag unserer Zeit veröffentlicht wird, dürfte viele Osterurlauber gar nicht mehr erreichen.

Diese Börsenwoche könnte damit eine der entspanntesten seit langem werden. Vorausgesetzt, GM geht nicht pleite, kein osteuropäischer Staat gerät in Schieflage, neue Milliardenlöchern in den Bankbilanzen tauchen nicht auf, und und und....

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