Bulle & Bär Verschwörung gegen Gold? Unsinn!

Die Theorien über eine Verschwörung gegen Gold sind nicht haltbar. Hinter dem jüngst schwachen Goldpreis stecken profane Probleme. Ängste vor anhaltendem Preisverfall sind verfrüht.
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Goldbarren: Kein sicherer Hafen mehr? Quelle: dpa

Goldbarren: Kein sicherer Hafen mehr?

(Foto: dpa)

FrankfurtVerschwörungstheorien haben hierzulande Konjunktur, wenn es an den Finanzmärkten scheppert. Mal ist es angeblich Uncle Sam, der den Euro einbrechen lässt, um von eigenen Schuldenproblemen abzulenken.
Mal sind es die Notenbanken, die im Auftrag rat- wie tatloser Regierungen das wahre Ausmaß einer globalen Systemkrise verschleiern sollen. So wie derzeit, indem sie den Preis für Gold unter Druck setzen. Hintergrund: Steigt der Preis des Edelmetalls allzu schnell, gilt das als untrügliches Zeichen dafür, dass die Menschen das Vertrauen in Papiergeld, Wirtschaft und Politik verlieren. Flacht die Aufwärtsbewegung ab, scheint wieder alles in Butter, die Anlegerherde beruhigt sich.

Und vergangene Woche beschleunigte sich der jüngste Kursverfall von Gold. Erstmals seit dem Spätsommer notiert eine Feinunze wieder unter der Marke von 1600 Dollar. Die Goldjünger staunen. Wer verkauft ausgerechnet jetzt angesichts ungelöster Schuldenkrisen und drohender Inflationsgefahren?

Deutsche Privatanleger dürften es nicht sein. Die halten dem Edelmetall die Treue. 85 Prozent der Bundesbürger, denen ein Betrag von 10.000 Euro zur Verfügung stünde, würden diesen entweder als Geldanlage auf ein Tagesgeldkonto legen oder in Gold investieren, hat das Marktforschungsunternehmen Forsa herausgefunden. Viele horten bereits große Mengen an Münzen und Barren in Schließfächern und Tresoren.

Des Rätsels Lösung kann also nur sein: Manipulative Goldverkäufe der Notenbanken! So liest man es dieser Tage in zahlreichen Blogs und Internetforen. Dumm nur, dass die Zentralbanken zuletzt eher durch Käufe als Verkäufe aufgefallen sind. Allein im vergangenen Quartal haben die Notenbanken weltweit fast 150 Tonnen erworben - so viel wie noch nie seit vier Jahrzehnten.

Banken brauchen Geld - und verkaufen
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41 Kommentare zu "Bulle & Bär: Verschwörung gegen Gold? Unsinn!"

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  • Dieser Artikel ist Unsinn.
    Wir wissen doch alle, was da los ist, was läuft.
    liebes Handelsblatt, das entpricht doch nicht wirklich ihrem Kenntnisstand -oder?
    Sie wissen es garantiert besser, nur der Artikelschreiber ist nicht ganz auf dem Laufenden.

  • Staatliche Papierwährungen würden ohne planwirtschaftliche Kontrolle des Goldpreises nicht funktionieren. So einfach ist das! Diese Wahrheit kann nur verstehen, wer ein tiefgründiges Verständnis über Geld hat. Zeitungen und TV sind m.E. für den Popo. Echte Erkenntnisse erschliessen sich meines Erachtens nur aus Lektüre, Gesprächen und selbst nachdenken.

    Über die Goldkritiker kann man nur lachen. 99% deren Argumente bringen Goldbugs zum Gähnen. Echte Goldbugs sind eingefleischte Revolutionäre und Systemkritiker. Sie hinterschauen das üble, heuchlerisch-kriminelle Spiel das Zentralbanken und Regierungen da vollziehen. Ihnen ist es völlig egal, welcher Preis das Gold gemessen in US-Dollar hat. Sie sind (völlig zu Recht!) zutiefst davon überzeugt, dass das heutige System in wenigen Jahre vor die Hunde gehen wird (und viele Menschen mit ihm) und Gold einen zumindest mit blauem Auge davonkommen lassen könnte.

    Was einen besonders betrübt: Das Goldwissen ist verloren! Die Leute wissen fast gar nichts über Gold. Jeder reisst das Maul auf und spuckt laute Töne. Immer dieses Nachgeplapper. Ganze Heerscharen von Isoliert-Denkern tummeln sich.

    Solange der Goldpreis politisch unter Kontrolle gehalten werden kann, werden die Goldkritiker immer Recht behalten. Der Knackpunkt ist, dass man freie Marktkräfte nicht auf Dauer unter Zwang halten kann.
    Das weiss der schlaue Goldbug, kauft still und wartet geduldig über Generationen hinweg ab.

    Wer mit seiner Regierung nicht einverstanden ist, sollte nicht Wählen, Demonstrieren und Hoffen, sondern sein staatliches Geld in Goldgeld umtauschen. Damit erreicht man maximale Wirkung!

  • das stimmt zwar, aber der einfluss von manipulation über nackte leerverkäufe und betrug bei slv und gld sollte auch erwähnt werden. das metall, das die kunden dort erwarten, ist nicht da, bestens 10%.

  • Nein, es gibt keine Verschwörung gegen Gold. Es gibt allerdings ganz konkrete Aktionen um den Goldpreis runterzumanipulieren. GATA zeigt das immer wieder schön auf. Denn wenn der Goldpreis explodiert, dann ist das Ende des Dollars gekommen und andere Währungen werden folgen.
    Das wird dann eintreffen, wenn die Eliten alles Papier wasserfest investiert haben. Lange wird die Hinhaltetaktik nicht mehr funktionieren und die Goldpreismanipulation auch nicht.
    In welchem Auftrag wurde dieser Artikel geschrieben?

  • Es so dass die Handelsplattform Comex in Chicago die Gebühren für Gold-Papiere massiv erhöht hatte, woraufhin die Kurse stark gesunken waren. Der physische Kauf erreichte aber noch im November Rekordwerte z.B. bei den gebundenen ETF. Der Liquidationsbedarf von Marktteilnehmern sorgten für noch höhere Volatilität. Das ist nicht so gut für Gold im Moment, aber langfristig bleiben Gold und Silber alternativlose Sicherheiten gegenüber Fiat Money. Selbst Land und Immobilien bieten diese Sicherheit nicht, da sie keine mobilen Werte sind und nationaler Steuer-Politik ausgeliefert sind.

  • Physisches Gold ist und bleibt ein sicheres Wertaufbewahrungsmittel. Dieses ist seit "Großvaterszeiten" belegt. Kursschwankungen kann man getrost aussitzen. Sollte es eine "Preisdelle nach unten" geben, kaufe ich sofort nach.Die Barren "schimmeln nicht"! Mit bedrucktem Papier in Form von Staatsanleihen der Peripheriestaaten kann man hingegen richtig Geld verlieren!

  • Das mit dem Gold hat schon mal jemand erklärt:

    http://www.youtube.com/watch?v=U8SiP_zavFg

  • Die wenigsten von uns kaufen echtes Gold in Dollar. Deswegen verstehe ich nicht, dass fast immer über den Goldpreis in Dollar philosophiert wird.

    Dass Gold zur Kapitalsicherung nur bedingt taugt, zeigen die Schwankungen des Preises. Die Tatsache, dass Unmengen des Metalls in den Kellern von Zentralbanken liegen, ist der klare Beweis, dass Beeinflussungen des Marktpreises möglich sind.

    Der Wert des Goldes hängt mehr, als einem lieb sein kann, von der (Gold-)Politik und der Meinung der Menschen ab. Wenn sich die Menschen auf einmal vom Gold abwenden würden, wäre es (zumindest vorübergehend) gar nichts mehr wert. Pech für den, der just in diesem Moment verkaufen muss.

  • Wenn es runtergeht --> Gold nachkaufen.
    Wo ist das Problem.
    Wer das Geld dafür nicht hat, sondern auf eine Steigerung des Goldpreises setzt um Gewinne zu erzielen, weil er irgendwann das Geld wieder braucht, ist dabei fehl am Platze.



  • Dummer Artikel, als ob der Autor nicht wüßte, dass die starken Preisschwankungen mittlerweile durch Papiergold ausgelöst werde,. Angeblich soll die 100-fache Menge des physisch verfügbaren Goldes mittlerweile in ETF gehandelt werden.

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