Bulle & Bär
Vorsorgen, nicht spekulieren!

Raus aus Aktienfonds und rein in Aktien. Darauf läuft es wohl hinaus, wenn man die jüngste Datenflut Revue passieren lässt. Das Deutsche Aktieninstitut errechnet 15 Prozent mehr Aktionäre im ersten Halbjahr, gleichzeitig verabschiedete sich eine halbe Million Deutscher von Aktienfonds.

FRANKFURT. Der Fondsverband BVIkommt auf über elf Mrd. Euro, die die Privaten im gleichen Zeitraum aus Aktienfonds abgezogen haben. Jetzt meldet sich die Anlagesparte von JP Morgan zu Wort. Die Analysten des Hauses erkennen eine eher positive Aktienstimmung unter den hiesigen Privatanlegern.

Die Ergebnisse von JP Morgan sind immerhin die aktuellsten, erhoben Mitte Juli. Aber auch diese Umfrage hinkt der Wirklichkeit hinterher, denn die US-Hypothekenkrise mit ihren Unsicherheiten für die Finanzmärkte im Gefolge schob sich erst danach ins Bewusstsein. Es stellt sich zu Recht die Frage, ob nicht viele Anleger gleich mehrere Fehler hintereinander machen. Die seit über vier Jahren laufende Börsenhausse haben sie schon verpasst. Erst jetzt und damit in einem sehr späten Stadium steigen mehrere hunderttausend Deutsche neu in die Aktie ein.

Steuerlich gesehen scheint diese Entscheidung der Mutigen gut zu sein. Denn mit der Einführung der Abgeltungsteuer ab Anfang übernächsten Jahres bleiben Kursgewinne von Aktien nach zwölfmonatiger Haltedauer nicht mehr vom Zugriff des Fiskus verschont - Altbestände, die vor Ende 2008 gekauft wurden, aber schon. Schönheitsfehler: Einzelne Aktien sind ein vergleichsweise spekulatives Investment. Läuft es bei einem Unternehmen unerwartet schlecht - siehe IKB-und der Kurs bricht ein, ist es besser, sofort die Reißleine zu ziehen - egal, ob nun innerhalb oder außerhalb der Spekulationsfrist.

Sinnvoller ist es daher, dem Rat vieler Experten zu folgen und das Geld jetzt noch in Vermögensverwaltungsprodukten anzulegen, etwa breit anlegenden Investmentfonds. Das können etwa Indexfonds oder international breit anlegende Aktienfonds beziehungsweise Dachfonds sein. Das Fondsportfolio spiegelt im ersten Fall einen bestimmten Index und damit automatisch auch dessen Wertentwicklung wider. Im zweiten Fall kümmert sich ein Fondsmanager aktiv um die laufende Umschichtung im Depot. Der Anleger kann also in beiden Fällen seine Anteile jahrelang halten und am Ende steuerfrei verkaufen.

Investoren mit langem Zeithorizonten sollten eine solche Lösung wählen. Irritationen wie die aktuellen rund um den US-Hypothekenmarkt stören da kaum. Über mehrere Jahrzehnte hinweg werden zwischenzeitlicheauch Dürreperioden an den Aktienmärkten die überlegene Endrendite nicht infrage stellen können. Und mit mageren Jahren ist durchaus zu rechnen. Für eine erfolgreiche Vermögensbildung zur Sicherung des Lebensabends reicht aber eine hohe einstellige Jahresrendite immer noch. Ansparpläne mit regelmäßigen monatlichen Einzahlungen können die Anleger guten Gewissens auch jetzt starten.

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