Bulle und Bär
Vorsorgen wie die Lehrer

Also Lehrer seien nicht gerade sein Zielpublikum, meinte neulich Carsten Maschmeyer, Chef des Finanzvertriebs AWD, in einer öffentlichen Diskussion. Diese Leute hätten viel Zeit, im Internet herumzusurfen und sich selbst zu informieren. Außerdem wüssten sie ohnehin alles am besten, jedenfalls glaubten sie das. Nein - also da ist für seine Berater nicht viel zu holen. Da fragt sich: Warum machen wir es dann nicht alle wie die Lehrer?

DÜSSELDORF. In der Tat ist es vor allem durch das Internet viel leichter geworden, sich selbst zu informieren und am besten auch noch gleich zu bestellen. Auf Handelsblatt.com findet man zum Beispiel unter "Zertifikate suchen" passende Scheine für fast jeden Anlagewunsch. Kennzahlen über Aktien, Kurse sowie Empfehlungen und die zugehörigen Nachrichten gibt es auch. Die Ratinggesellschaft Morningstar stellt auf ihrer Homepage Tabellen zur Verfügung, mit denen man erfolgreiche Fonds heraussuchen kann. Viele Direktbanken bieten einen ähnlichen Service - zum Teil lassen sich dort auch Anleihen, nach Typen sortiert und nach Rendite aufgereiht - herausfinden.

Das alles nutzt freilich wenig, wenn man kein Konzept hat. Beginnen wir mit dem allerwichtigsten. Dazu gehört: Jeder braucht eine private Haftpflichtversicherung. Wer eine Familie zu versorgen hat, benötigt zusätzlich eine Risikolebensversicherung, am besten mit fallender Summe bis zum Eintritt des Rentenalters. Sehr zu empfehlen ist zudem eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Dann sind ein paar Sparverträge sinnvoll. Die Riesterrente als Mitnahmeeffekt - wozu das staatliche Geld verschenken? Dazu den einen oder anderen Sparvertrag mit einem soliden, breit streuenden Aktienfonds. Aus steuerlichen Gründen ist auch eine fondsgebundene Rentenversicherung eine ganz gute Alternative - aber nur, wenn sie bei einem sehr kostengünstigen Anbieter abgeschlossen wird.

Um Vermögen auf Dauer anzulegen, kann man sich ein simples Depot aus Aktienfonds und einigen Zinspapieren zusammenbasteln. Wer gute Nerven und viel Zeit bis zur Rente hat, kann ruhig die Hälfte des Vermögens in Aktien stecken. Für den Aktienanteil empfehlen sich börsengehandelte Indexfonds, abgekürzt ETFs (Exchange traded Funds), die wegen ihrer niedrigen Kosten auch bei Profis sehr beliebt sind; es gibt inzwischen dafür sogar Sparpläne. So lässt sich zum Beispiel der europäische Aktienmarkt über den Index EuroStoxx 50 abbilden. Für die Zinspapiere muss es kein Fonds sein, ein paar Pfandbriefe mit sehr gutem Rating (Note AAA) tun es auch.

So kann man ganz simpel eine Grundabsicherung und-versorgung organisieren. Sie lässt sich noch verfeinern und abrunden - aber wichtig ist vor allem, dass die Struktur stimmt. Wer sich dennoch beraten lässt, tut gut daran, sich trotzdem vorher zu informieren. Denn die Erfahrung zeigt: Je mehr der Kunde weiß, desto intelligenter wird er beraten.

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