Bulle & Bär
Warum Windkraftaktien jetzt Chancen bieten

In den vergangenen zwei Jahren durchlebten Windturbinenbauer eher stürmische Zeiten, das könnte jetzt anders werden. Aktien von Konzernen wie Nordex notieren mittlerweile unter Buchwert, im Gegenzug steigt momentan weltweit die Nachfrage nach Windkraftanlagen.
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FRANKFURT. Ein Sturm der Begeisterung blieb aus, als der Windturbinenhersteller Vestas seinen neuen Megadeal verkündete. Er wird im spanischen Galizien einen 1655-Megawatt-Windpark bauen. Neue Großaufträge aus Argentinien und Indien seien ebenfalls eingegangen. Doch den Aktienkurs von Vestas, der in diesem Jahr bereits die Hälfte seines Werts verloren hat, pusteten diese positiven Nachrichten nicht nach oben. Noch nicht. Dabei könnte es sich jetzt lohnen, in Windaktien wie Vestas einzusteigen.

Nicht nur die Dänen, auch andere europäische Windturbinenbauer durchlebten in den vergangenen zwei Jahren schwierige Zeiten. Leere Auftragsbücher und Überkapazitäten führten dazu, dass sich die Margen verringerten. Gewinnwarnungen und die Billig-Konkurrenz aus China irritierten die Anleger – sie mieden die Papiere der Windturbinenhersteller.

Aktien von Konzernen wie Nordex notieren mittlerweile unter Buchwert. Das heißt, Investoren messen dem Unternehmen an der Börse weniger Wert zu, als an Vermögen in dessen Büchern steht.

Die entscheidende Frage ist, wie schnell die Windenergie-Firmen ihre Überkapazitäten abbauen können. Nach Spanien wird auch Frankreich demnächst einen Großauftrag für ein Windpark-Projekt bekannt geben. Die Branche rechnet damit, dass noch in diesem Jahr verkündet wird, wer den Zuschlag erhält. Wahrscheinlich werden am Ende mehrere europäische Turbinenbauer zum Zuge kommen. Andere Länder in Europa wollen ebenfalls ihren Anteil an regenerativer Energiegewinnung ausbauen.

In Amerika steigt die Nachfrage nach Windkraft

Eine wachsende Nachfrage nach Windkraftanlagen ist auch jenseits des Atlantiks zu erwarten. Die kanadische Provinz Ontario will bis 2014 gut zehn Milliarden Euro in Windenergie investieren. Die USA will Windkraft künftig ebenfalls stärker fördern. Momentan ist in den USA der Gaspreis aber so niedrig, dass Windenergie trotz der Steuervergünstigungen unattraktiv ist. US-Innenminister Ken Salazar kündigte allerdings an, nach einem Pilotprojekt vor der Küste von Massachusetts bis spätestens Anfang 2012 weitere Konzessionen im Atlantik zu vergeben.

Und was ist mit den Chinesen? Der befürchtete Großangriff ist bisher ausgeblieben. Trotz Preisvorteilen sind es vor allem die europäischen Banken, die sich weigern, ein Windkraft-Projekt mit fernöstlicher Beteiligung über Kredite zu finanzieren. Technologisch hinken die Chinesen noch zwei bis drei Jahre hinterher. In diesem Zeitfenster könnten die europäischen Turbinenhersteller dank neuer Aufträge wieder zu Kräften kommen. Anleger, die jetzt in Windaktien einsteigen, würden davon profitieren.

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