Bulle & Bär
Wege aus der Null-Rendite

Alles wieder in Butter: Subprime ade, zurück in die Welt der Höhenflüge. Der Dow stellt neue Rekorde auf, dem Dax geht es bestens - so als hätte es die US-Hypothekenmisere nie gegeben. Doch das ist nur eine Momentaufnahme.

FRANKFURT. Selbst im besten Fall sind die Aktienaussichten auf Jahre hinaus trübe, auch ohne Hypothekenkrise. Die fulminante Börsenhausse der letzten viereinhalb Jahre ist ein Kapitel für die Geschichtsbücher. Bereits mit einfachen Standardaktien waren jährlich 20 bis 30 Prozent Rendite drin. Das ist weit über der historischen Norm.

Prieur de Plessis von Plexus Asset Management in Südafrika hat versucht, die zu erwartenden Renditen für US-Aktien auf Sicht der nächsten zehn Jahre zu berechnen. Er nahm die Daten der letzten eineinhalb Jahrhunderte, leitete daraus Jahreserträge in Abhängigkeit von Kurs-Gewinn-Verhältnissen und Dividendenrenditen zum Startzeitpunkt ab. Ergebnis auf Basis der aktuellen Bewertungen: durchschnittlich rund fünf Prozent real pro Jahr für die kommenden zehn Jahre. Fünf Prozent müssen gegenüber den gewohnten zweistelligen Jahresrenditen ernüchtern.

Der renommierte US-Analyst Rob Arnott legt allerdings noch eins drauf. Er schaut das letzte Vierteljahrhundert mit seiner spektakulären Hausse an, die Anfang der achtziger Jahre startete: Seither warfen US-Standardwerte im Schnitt 14 Prozent pro Jahr ab. Davon gehen fünf Prozentpunkte auf das Konto gestiegener Kurs-Gewinn-Verhältnisse - damals waren Aktien viel preiswerter als heute. Zwei bis vier Prozentpunkte sind den satten Dividendenrenditen zuzuschreiben, die Anfang der achtziger Jahre drei Mal höher waren als zurzeit. Diese "Zusatzerträge" entfallen beim Blick nach vorne. Arnott zieht sie deshalb von den 14 Prozent ab und kommt so auf die künftig erwarteten Wertentwicklungen: fünf bis sieben Prozent. Das passt in etwa zu den Plexus-Ergebnissen.

Arnott rechnet in seine Ertragsschätzung anschließend die Inflation und die Steuern ein. So kommt er auf eine deprimierende jährliche reale Ertragserwartung: nahe null Prozent. Die Aussichten für Aktien sind demnach mehr als mau. Und die Rechnung für die Wall Street dürften auch für andere entwickelte Märkte wie die Börsen in Europa passen.

Deshalb ist ein Depot ohne einseitige Aktienbetonung sinnvoll. Wer in Aktien auf Indexbasis investiert, sollte jene Messlatten vorziehen, die Firmen mit den besten Fundamentaldaten auswählen. Die Ertragsvorsprünge gegenüber traditionellen Indizes mit Titelgewichtung nach Börsenwert sprechen dafür. Jenseits der Aktien gehören Alternativanlagen wie Rohstoffe, Schwellenländeranleihen und Immobilien ins Vermögen. Wichtig ist auch das Vermeiden klassischer Fehler. In diese Rubrik gehört der Kauf von Aktien oder Fonds mit der besten kurzfristigen Performance. So gibt es eine ganze Liste von Tipps mit nur einem Ziel: der Null-Rendite ein Schnippchen zu schlagen.

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