Bulle & Bär
Welche Zertifikate 2010 einen Oskar verdient hätten

Warum nicht einfach mal auch Preise im Zertifikatebereich verleihen? So manches hätte hier durchaus eine Auszeichnung verdient - wie zum Beispiel das Zertifikat mit der erotischsten Wertpapierkennnummer: DB0SEX.

BONN. Pokale stehen in der Regel im Regal und verstauben. Wenn sie nicht mit einem hohen Geldpreis verbunden sind, machen sie eigentlich wenig Sinn. So wäre es beispielsweise verwunderlich, wenn einer der in den vergangenen Jahren ausgelobten Zertifikate-Awards irgendeinen Effekt auf die Umsätze der jeweiligen Gewinner unter den Emittenten gehabt hätte. Trotzdem sind Preisverleihungen beliebt. Kein Wunder: Wer möchte nicht für seine Leistungen ausgezeichnet werden? Deshalb ist es durchaus angebracht, an dieser Stelle großzügig in Hollywood-Manier einige Preise für Leistungen im Zertifikatebereich zu verleihen. Für besondere Taten, putzige Ideen oder einfach nur deshalb, weil man mal bei was Wichtigem dabei war.

Zum Beispiel beim Rumwursteln an der Gesetzgebung mit dem Ziel eines höheren Anlegerschutzes. Deshalb der Vorschlag: Verleihung des Ilse-Aigner-Gedächtnis-Preises für die Verfilmung von „Sturm im Wasserglas“. Für alle, die es schon wieder vergessen haben: Aigner ist Verbraucherschutz-Ministerin. Sie hat mal am Produktinformationsblatt für Zertifikate mitgewirkt und viele, viele Auftritte in Talkshows gehabt. Bis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Ruder kurzerhand übernommen hat.

Anleihe im Dreivierteltakt

Anwärter auf den Preis für den musikalischsten Zertifikate-Namen ist eindeutig die Raiffeisen Centro Bank, die schon mit den Garantie-Anleihen „Wiener Walzer“ und „Wiener Walzer 2“ mit dem Basiswert ATX bewiesen hat, dass sie weiß, wo die Musik spielt. Gerne würden die Wiener auch eine Fortsetzung wagen. Das aktuelle Zinsumfeld hindert die Raiffeisenbanker jedoch noch, einen „Wiener Walzer 3“ aufs Parkett zu legen.

Der „Goldfinger-Preis“ geht an das Zertifikat mit der unumstritten erotischsten WKN: DB0SEX. Dank des stark gestiegenen Goldpreises wirkte das Papier wie Viagra fürs Depot. Favorit für den Nachwuchspreis als jüngster Hauptdarsteller: der Basiswert „Seltene Erden“, der gleich von fünf Emittenten in der Vorweihnachtszeit für jeweils ein neues Produkt gewählt wurde, obwohl „Seltene Erden“ erstens an den Terminbörsen gar nicht gehandelt werden und zweitens gar nicht so selten sind. Aber der Name klingt wirklich spannend.

Und dann wäre da noch der Johannes-Heesters-Gedächtnispreis für das erste deutsche Discount-Zertifikat, das vor 15 Jahren von HSBC Trinkaus & Burkhardt herausgegeben wurde. Gratulation. Einen Preis fürs Lebenswerk soll an dieser Stelle übrigens nicht vergeben werden. Denn das klingt immer nach einem Abschieds-Pokal zum Ende der Karriere.

Übrigens: Pokale darf man nicht umtauschen, selbst wenn sie verstauben.

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