Bulle & Bär
Weltspartag: Populäres Sparschwein

Welch' passende Zahlen zum heutigen Weltspartag: Die Deutschen legen so viel auf die hohe Kante wie in den vergangenen 14 Jahren nicht mehr. 180 Euro im Monat sparte jeder private Haushalt im Durchschnitt im ersten Halbjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Sparen ist wieder "in".

FRANKFURT Niemand kann den Sparern in Zeiten der Finanzkrise, in der sich quasi wöchentlich neue Abgründe auftun, verdenken, dass sie ihr Geld dabei vor allem sicher anlegen wollen. Nach einer Umfrage der Sparkassen achtet fast jeder Sparer zuerst auf Sicherheit und will sein Geld jederzeit zurückbekommen können.

Damit verliert der Weltspartag in diesen Krisenzeiten viel von seinem angestaubten Image. Üblicherweise schlachten Kinder Ende Oktober ihr Sparschwein, tragen das Geld zum Geldinstitut, zahlen es aufs Sparbuch ein und werden mit einem Plüschtier oder Spielzeug beschenkt. Das als langweilig verpönte Sparbuch verzeichnet enormen Zuspruch bei Klein und Groß. Vor allem den Sparkassen rennen die Menschen die Filialen ein, konnten sie doch in der Diskussion um den Schutz von Einlagen mit ihrem mehrstufigen Sicherheitsnetz - aus einzelnen Sparkassen, regionalen Verbünden und dem Bundesverband der Sparkassen - punkten.

In diese Stimmung passt der Weltspartag: Die Idee für diesen Tag wurde vor 84 Jahren von den Teilnehmern des ersten internationalen Sparkassenkongresses in Mailand geboren. Einmal im Jahr wollten sie damit an die weltweite Bedeutung des Sparens für den Einzelnen wie für die Volkswirtschaft erinnern - ein italienischer Professor erklärte den letzten Kongresstag, den 31. Oktober 1924, zum ersten Weltspartag. In Deutschland etablierte sich jedoch - wegen des lutherischen Reformationstages - der 30. Oktober als der Tag, an dem Sparkassen und Banken die lieben Kleinen samt Eltern in ihre Filialen locken, um ihnen zu erklären, dass der Inhalt des Sparschweins nur auf dem Konto wächst und gedeiht.

Dass sogar die Vereinten Nationen dem Weltspartag 1989 ihren Segen gaben, hat viele Marktteilnehmer überrascht. Unterdessen schaffen es die Sparkassen seit langem, Anlegern ein gutes Gefühl in Sachen Erspartes zu vermitteln.

Selbst, wer in diesen Tagen kühl kalkuliert, dürfte den traditionellen Sparformen keine schlechten Noten ausstellen. In den vergangenen fünf Jahren erzielten Anlagen am Geldmarkt deutlich besser Erträge als Aktieninvestments und ähnliche Renditen wie Anleihen. Dies konstatiert selbst der Fondsverband BVI: Anlagen in Aktienfonds rechnen sich nach jüngsten Statistiken im Vergleich erst nach zwanzig Jahren.

Natürlich macht es keinen Sinn, sein Geld deshalb komplett aufs Konto zu legen. Die immer wieder angeratene Streuung des Vermögens schützt den Anleger vor Ausschlägen in einzelnen Investmentklassen, deckt Kernrisiken wie Inflation ab und bringt - sehr langfristig betrachtet - eine akzeptable Rendite. In Krisenzeiten aber haben traditionelle Sparformen ihren eigenen Wert.

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