Bulle & Bär
Wenn Anleger Risiken ausblenden

Dass die Rente längst nicht mehr sicher ist, sollte mittlerweile bei allen Bürgern angekommen sein. Die oberste Maxime heißt daher: privat Vorsorgen.

DÜSSELDORF. Fleißig tragen die Anleger ihr Geld zur Bank, suchen möglichst langfristig ausgelegte und sichere Investments, um später nicht allein auf die schrumpfenden staatlichen Zahlungen angewiesen zu sein. Für die Finanzwelt ist das ein einträgliches Geschäft, an dem natürlich auch die Emittenten von Zertifikaten mitverdienen wollen.

Die Zertifikatebranche strickt daher immer mehr Produkte, die auf Sicherheit ausgelegt sind und auch bei der privaten Vorsorge eingesetzt werden können. Viele Anleger sehen in den Zertifikaten eine optimale Mischung aus Kapitalerhalt und der Chance auf ansehnliche Renditen.

Gerade wenn es um die Altersvorsorge – also um langfristig ausgelegte Investitionen geht, sind viele Sparer jedoch auf einem Auge blind. Denn trotz der zahlreichen Vorteile bleibt bei Zertifikaten ein Risiko immer: eine mögliche Insolvenz des Emittenten, meist ist das eine Bank.

Während Fonds Sondervermögen sind, die bei einer Pleite besonders geschützt sind, zählen Zertifikate als Inhaberschuldverschreibung. Folge: Wird der Emittent insolvent, sind die Papiere in der Regel wertlos. Denn Schuldverschreibungen werden nur aus der Konkursmasse bedient. Doch diese Gefahr blenden viele Anleger einfach aus.

So ignorieren sie bei Zertifikaten die Bonität der emittierenden Banken. Während beispielsweise bei Anleihen Hoch- oder Herabstufungen der Emittenten durch Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch sich direkt in den Kursen widerspiegeln, spielen die Noten bei Zertifikaten keine Rolle. Dabei sind gerade diese Ratings ein guter Anhaltspunkt, um mögliche zukünftige Zahlungsschwierigkeiten der Banken abschätzen zu können.

Panik wäre dabei sicherlich übertrieben. Immerhin werden in Deutschland seit 16 Jahren Zertifikate angeboten, größere Ausfälle waren seit dem nicht zu verzeichnen. Doch der Markt wächst und verändert sich.

Mittlerweile buhlen über 50 Emittenten um die Kunden. Dabei sind nicht nur zahlreiche kleinere Institute und ausländische Namen, sondern mitunter auch Tochtergesellschaften, bei denen die Mutterbank nicht unbedingt für Ausfälle haften muss.

Anleger sollten daher gerade bei langfristigen Investitionen das Emittentenrisiko beachten. Ein kurzer Blick auf die Noten der Ratingagenturen reicht dabei als erster Schritt oftmals aus. Zwar lesen sich deren Bewertungsskalen mitunter etwas kryptisch. Als Grundregel gilt jedoch: Solange die Noten mit einem Doppel-A beginnen, ist das Risiko begrenzt.

Da die gute Noten die Ansicht untermauern, dass eine Pleite in diesem Fall eher unwahrscheinlich ist, können Anleger in diesem Fall durchaus zu den entsprechenden Zertifikaten des Emittenten greifen. Generelle Sicherheit gibt es jedoch nie – bei staatlicher Rente ebenso wie bei der privaten Geldanlage.

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