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Weniger ist Mena

Die Abkürzungsmanie der Finanzwelt erobert neue Anlageregionen. Nach Bric, Emea und Next-11 trumpfen Fondsgesellschaften nun mit einem neuen, bunt zusammen gewürfelten Anlageraum auf: Mena.

FRANKFURT. Seit einigen Jahren werden Anleger in der Fonds- und Zertifikatsbranchebranche an eingängige Abkürzungen gewöhnt. Hinter der Neigung zur Kurzform versteckt sich eine geschickte Marketingstrategie. Noch vor Inkrafttreten der Abgeltungsteuer sollen sich die Produktnamen in Kurzform in den Köpfen der Anleger festsetzen.

Exotische Wirtschaftsräume werden mit einfachen Buchstabenkombinationen für den renditefreudigen Anleger schmackhaft gemacht. Eine Garantie für eine überschaubare Investition ist das Kürzel jedoch nicht. Wer aber bei den GEMs, den globalen Emerging Markets, auf den neuesten Akronym-Trend aufspringen will, merke sich „Mena“. Das Wort mag nach Putzmittel klingen, steht aber für einen Anlageraum, den viele Fonds-Anbieter aktuell anpreisen. Ob die Mena-Region lukrative Renditen bietet oder ein kurzlebiger Modetrend ist, bleibt fraglich.

Der Nahe Osten (Middle East) und Nordafrika (North Africa), kurz Mena, verfüge etwa über zwei Drittel der Rohölressourcen, argumentieren Fondsmanager. Das Geld aus den lukrativen Bodenschätzen könnten die Regierungen in die Infrastruktur investieren – allein im Golf etwa zwei Billionen Dollar, schätzen die Manager.

Warum zwei so unterschiedliche Regionen in einen Fonds packen? Neben den prosperierenden Golfstaaten umfasst Mena auch ärmere Länder wie Ägypten, Marokko oder Tunesien, deren Wirtschaftskraft sich vorwiegend im rasanten Bevölkerungswachstum begründet. Das finanzstarke Saudi-Arabien, die Vereinigten Emirate oder Katar schotten sich gegen ausländische Anleger ab, daher sind die Investmentmöglichkeiten bisher begrenzt.

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