Bulle und Bär
Wissen ist Geld

Die Bahn streikt, Kalifornien brennt. Das sind die Schlagzeilen der vergangenen Tage. Doch die entscheidenden Meldungen zum Geldbeutel von Otto Normalverbraucher kommen beim Adressaten nicht an. So interessieren sich laut einer Umfrage der US-Bank JP Morgan immer weniger Deutsche für die Sicherung ihres eigenen Lebensabends, sprich ihre private Altersvorsorge.

FRANKFURT. Die Bahn streikt, Kalifornien brennt. Das sind die Schlagzeilen der vergangenen Tage. Doch die entscheidenden Meldungen zum Geldbeutel von Otto Normalverbraucher kommen beim Adressaten nicht an oder gehen in der Informationsflut schlicht verloren. So interessieren sich laut einer Umfrage der US-Bank JP Morgan immer weniger Deutsche für die Sicherung ihres eigenen Lebensabends, sprich ihre private Altersvorsorge.

Dabei muss viel mehr Geld aus dem eigenen Portemonnaie an der Börse in Aktien investiert werden. Wegen der langfristig hohen Renditen gibt es dazu keine Alternative. Aber Vorsicht ist geboten: Das Desaster am US-Hypothekenmarkt ist noch nicht überstanden, die amerikanische Wirtschaft steht auf der Kippe, der Dollar fällt, die Rohstoffpreise steigen kräftig.

Deutsche Verbraucher gehen lange Wege, wenn das Pfund Butter in einem Laden ein paar Cent billiger zu haben ist. Doch wenn es um Tausende von Euro bei der Geldanlage geht, von nötigen Hunderttausenden bei der Altersvorsorge ganz zu schweigen, herrscht oft Desinteresse, allen Aufklärungskampagnen zum Trotz.

Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass der potenzielle Vorsorger gegen zwei übermächtige Gegner antritt. Otto N. trifft in der Regel auf seinen Bankberater. Und der verkauft ihm häufig Finanzprodukte, die er nach internen Vorgaben absetzen muss. Ein Durchschnittskunde ist schlicht wehrlos. Gegner Nummer zwei ist der Staat. Der zockt seine Bürger mit der zum 1. 1. 2009 eingeführten Abgeltungsteuer ab. Jeder vierte Euro an Kursgewinnen und Zinsen geht bald ins Steuersäckel. Wo bleiben nur die Großdemonstrationen gegen diesen Angriff auf die private Vorsorge? Fehlanzeige! Für das eigene Überleben im Alter geht niemand auf die Straße. Nur jeder Vierte kennt überhaupt das Stichwort Abgeltungssteuer. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Anlagegesellschaft Fidelity.

Selten war Wissen um die Finanzmärkte so wichtig wie heute. Es dürften große Veränderungen anstehen: Den Investmentbankern, die sich bis vor kurzem eine goldene Nase verdienten, geht es seit Beginn der Hypothekenkrise an den Kragen; manche der von ihnen kreierten komplexen Finanzprodukte wackeln. An den Aktien- und Anleihemärkte dürfte es schwieriger werden, schnell Geld zu verdienen. Die Hausse bei Rohstoffen dagegen bleibt intakt.

In der Zukunft werden viele Anleger viel Geld verlieren, nur wenige werden gewinnen, und ganz wenige dürften Reichtümer anhäufen. Deshalb ist bei der Vorsorge Börsen-Know-how gefragt. Wer auf vertrauenswürdige Berater ausweicht, hat schon einen wichtigen Schritt gemacht. Sogenannte Honorarberater beispielsweise sind unabhängig. Doch grundsätzlich gilt: Am besten versteht man selbst etwas von der Sache. Es gibt keine Alternative, sich mit Finanzfragen zu beschäftigen. Wer zu spät kommt, der wird erst in der eigenen Altersarmut aufwachen.

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