Bulle & Bär
Yale ist das Vorbild

Börsianer zählen ihn zu den lebenden Legenden, nennen seinen Namen in einem Atemzug mit Investoren wie Warren Buffett oder George Soros: David Swensen. Er lenkt den Stiftungsfonds der US-Uni Yale. Und das tut der Amerikaner mit einem Erfolg, der seinesgleichen sucht. Jetzt versucht Europas größter Maklerpool BCA, dem Superstar der Finanzszene nachzueifern.

FRANKFURT. Der Dienstleister für unabhängige Finanzberater offeriert einen Fonds nach dem Yale-Vorbild - am Freitag endet die Zeichnungsfrist. Es stellt sich die Frage, ob diese Schuhe nicht etwas zu groß sind für BCA, oder für Aquila Capital, dem auf Alternativanlagen konzentrierten Hamburger Asset-Manager des Fonds.

Zwei Zahlen reichen, um den Yale-Mann in den Olymp der erfolgreichsten Anleger zu heben: In den vergangenen zehn Jahren erwirtschaftete er eine Durchschnittsrendite von über 17 Prozent jährlich, während die Aktienmärkte nur rund neun Prozent schafften. In den drei Baissejahren ab 2001 erzielte Swensen insgesamt zehn Prozent Gewinn, während die Börsen um mehr als ein Drittel absackten.

Das Erfolgsrezept: Die 22,5 Mrd. Dollar des Fondsvermögens stecken zum großen Teil in unorthodoxen Anlageformen. Den Schwerpunkt bilden Hedge-Fonds, vorbörsliche Beteiligungen, auch als Private Equity bekannt, und Realwerte wie Immobilien, Öl, Gas, Wald. Nur etwa ein Drittel des Kapitals ist auf Aktien und Anleihen konzentriert.

Was Swensen an Alternativanlagen spannend findet, können Interessierte im letzten Geschäftsbericht unter » www.yale.edu/investments nachlesen. Ihn reizt der Mix aus hoher Rendite, Risikominderung für das Gesamtdepot und Inflationsschutz. Die Strategie ist aufwendig. Swensen navigiert mit einem erfahrenen Stab von Beratern durch wenig transparente Anlageformen und hat über lange Zeit Kontakte zu den erfolgreichen Managern in ihrem Segment aufgebaut.

Diese Expertise ist der Schlüssel bei der Suche nach attraktiven und unterbewerteten Investments auf dem alternativen Feld. Ein Privatanleger wäre hier völlig überfordert. Das hat auch der Yale-Mann häufig unterstrichen.

Die BCA beschreibt ihr Angebot unter » www.alphatopcollege.de. Dem Alpha-Top-College-Fonds stehen praktisch alle Anlageformen offen, seien es Aktien, Anleihen, Immobilien, Hedge-Fonds oder Rohstoffe. Natürlich kann Swensen aus einer weit größeren Zahl von Managern auswählen als es Aquila können wird. Im Vorfeld von Börsengängen beispielsweise gehören Adressen wie Yale zu den umworbenen Investoren. Da spielt die Uni in der Champions League.

Doch an Selbstbewusstsein mangelt es BCA nicht. Der Dienstleister kokettiert sogar mit den im Vergleich zum großen Vorbild eingeschränkten Möglichkeiten. BCA-Chef Reibstein begnügt sich mit einer Zielrendite von jährlich "nur neun Prozent; wir sind bescheiden." Auf die ersten Anlageergebnisse darf man gespannt sein.

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