Bulle & Bär
Zu viel Regulierung würde Hedge-Fonds ausbremsen

Die Anlageklasse Hedge-Fonds wird trotz verstärkter Aufklärung in Deutschland als geheimnisvoll empfunden. Was Hedge-Fonds tun, ist aber weder gänzlich neu, noch ist es wirklich geheimnisvoll.

FRANKFURT/M. Was Teile der Öffentlichkeit besorgt, ist nicht so sehr das eigentliche Wirken der Hedge-Fonds. Es ist vielmehr die Tatsache, dass selbst erfahrene Kenner der Welt-Finanzmärkte die Komplexität des Geschehens oft nicht verstehen und einordnen können.

Auf diese Weise hat sich rund um Hedge-Fonds ein Mythos gebildet. Die aus Unkenntnis resultierende „Angst vor Hedge-Fonds“ treibt vor allem in Europa ihre Blüten. Grund: Die hiesigen Finanzmärkte sind im Vergleich zu den USA unterentwickelt. Auch die Wahrnehmung von Hedge-Fonds in Kreisen der Unternehmen und der Politiker ist in der „alten Welt“ eine völlig andere als in den USA. Dies ist auch ein Resultat der deutschen „Neid-Gesellschaft“.

Bei genauer Analyse wird deutlich, dass der Mythos, der Hedge-Fonds umgibt, leicht zu lüften ist. Die oftmals schillernden Figuren der Hedge-Fonds-Szene können im Rahmen der durch Gesetze und Vorschriften abgegrenzten Möglichkeiten das gesamte Spektrum nutzen, das ihnen die Finanzmärkte bieten. Ihr Wirken bleibt dabei selten auf einzelne Anlageklassen, Investmentformen und Finanzinstrumente sowie oftmals auch nicht auf bestimmte Länder oder Regionen beschränkt. Zudem nutzen die Manager der als „Königsklasse der Kapitalanlage“ gepriesenen Liquiditätspools die im Einsatz von Krediten und Derivaten liegenden Möglichkeiten, die vorhandene Expertise zu hebeln. Sie drehen so mit kleinem Einsatz ein großes Rad.

Exakt diese Kombination aus dem bei Hedge-Fonds-Managern bestehenden Fachwissen und dem unbegrenzten Zugang zu neuen Märkten und Produkten macht den Erfolg der Hedge-Fonds aus. Darüber hinaus erfordert das Berufsbild dieser noch recht jungen Spezies des Kapitalmarktspektrums Disziplin und Courage. Treffen all diese Voraussetzungen zusammen, fällt die „Suche nach Alpha“ – also nach über dem Marktdurchschnitt liegenden Erträgen – nicht mehr schwer.

In Europa wird jetzt gefordert, Hedge-Fonds viel stärker an die Kandare zu nehmen. Dabei sind Single-Hedge-Fonds durch die Kräfte des Marktes bereits gezwungen, ein hohes Maß an Transparenz und Information zu bieten. Letztlich werden nur jene Single-Hedge-Fonds Kapital von Dachfonds erhalten, die die geforderte Transparenz bieten. Unter diesem Aspekt ist dem Anlegerschutz in Deutschland bereits Genüge getan. Bekanntlich dürfen Privatinvestoren hier nur in Dachfonds-Konstrukte anlegen.

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