Comdirect, DAB Bank, Deutsche Börse
Die Optimisten-Aktien

Der Deutsche Aktienindex (Dax) scheint nach der heftigen Korrektur in den vergangenen Wochen wieder nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Die offene Frage ist: Was soll man jetzt kaufen?

FRANKFURT. Einige Optimisten rufen bereits die 10 000-Punkte-Marke aus, das ist gemessen am Stand von rund 7100 Zählern ein Potenzial von satten 40 Prozent. Die offene Frage ist: Was soll man jetzt kaufen? Eine mögliche Antwort lautet: Aktien von Unternehmen, die vom Aufwärtstrend an den Märkten profitieren. Denn hier dürfte der Aufwärtstrend des Gesamtmarktes den der Einzelaktie verstärken. Zu diesen „Optimisten-Aktien“ gehören die Papiere der Onlinebroker und der Deutschen Börse.

Die Investmentidee Onlinebroker sieht so aus: Je stärker die Aktienmärkte steigen, desto mehr Anleger kaufen und verkaufen Wertpapiere. Da Onlinebanken wie Comdirect, DAB Bank oder Sino an jeder einzelnen Order verdienen, dürften ihre Gewinne steigen. Die Comdirect hat im März gut 900 000 Order ausgeführt – nach 850 000 im Februar – und hat damit am Verkauf von Wertpapieren und dem Wiedereinstieg der Zocker nach dem Ende der Korrektur blendend verdient. Wer also weiterhin an steigende Aktienmärkte glaubt, könnte mit den genannten Aktien gut fahren. Übernahmephantasie dürfte aber vorerst weder bei der Commerzbank-Tochter Comdirect, noch bei der zur Hypo-Vereinsbank gehörenden DAB Bank aufkommen. Beide Mutterkonzerne haben entsprechende Gerüchte zuletzt eher heruntergespielt.

Erfolg versprechender könnte die Aktie der Deutschen Börse sein, auch wenn die sich seit Dezember 2004 mehr als verdreifacht hat. Der Konzern profitiert ähnlich wie die Broker von jedem einzelnen Geschäft an der Börse. Anders als die Banken machen hier allerdings nicht die Privatkunden, sondern die Profis den Löwenanteil der Umsätze. Dass Profis auch bei fallenden Märkten agieren, haben die Umsatzrekorde der Börse an den turbulenten Tagen im Februar und März gezeigt. Ein exzellentes erstes Quartal ist bei der Börse also kaum noch zu vermeiden. Auch langfristig dürften die Handelsumsätze an der Börse weiter steigen, weil immer mehr Hedge-Fonds kleinste Ungleichgewichte im Markt mit computergesteuertem Handel auszunutzen versuchen.

Während bei den genannten Brokern ein zusätzlicher Schub für den Kurs durch eine Übernahme eher unwahrscheinlich ist, muss man bei der Börse im Grunde ständig mit einer Übernahme, einem Zukauf oder der endgültigen Aufspaltung des Konzerns rechnen. Schließlich sitzen dem Vorstand seit langem HegdeFonds im Nacken, die auf die eine oder andere Weise neues Kurspotenzial erschließen müssen. Wer sich an die Hedge-Fonds gehalten hat, hat bei der Börse in den vergangenen Jahren immense Kursgewinne eingestrichen. Da diese aggressiven Aktionäre jedoch wohl kaum die Profite von Privatanlegern im Blick haben, sollte man sich mit einer Stopp-Loss-Order absichern. Denn auch Optimisten kommen ohne Vorsicht nicht aus.

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