Das Aus von Equirate ist für Investoren kein Schaden
Ende ohne Schrecken

Am Ende stand eine Kurzmeldung: Der Aufbau der ersten unabhängigen Aktienrating-Agentur in Deutschland unter dem Namen Equirate ist gescheitert, hieß es in der vergangenen Woche. Gewundert hat sich am Markt niemand über das plötzliche Aus.

FRANKFURT/M. Schließlich war das Projekt, das vor rund einem Jahr als der große Wurf in der Bewertung deutscher Beteiligungspapiere angepriesen wurde und das gleichzeitig dazu beitragen sollte, dass verunsicherte Anleger wieder Vertrauen fassen, schon beim seinem Start nicht überall mit offenen Armen empfangen worden.

Die Idee, ein viertes Element in der Aktienbewertung nach dem Bericht der Wirtschaftsprüfer, der Analyse für Investoren („sell-side“) und der Analyse für den Eigenverbrauch der Banken („buy-side“) zu etablieren, fanden viele Anleger zwar in der Sache gut. Schließlich sollten nicht wie bei herkömmlichen Analysen Kursaussagen im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Qualität einer Aktie beurteilt werden. Bei Anleihen ist ein Rating durch die großen Gesellschaften Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch schließlich gang und gäbe. Sogar das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat sich für Equirate stark gemacht.

Dass das Projekt letztlich scheiterte, lag wie bei vielen Dingen im Leben am Geld. Rund fünf bis zehn Mill. Euro an Anschubfinanzierung hätte es gebraucht, damit Equirate startklar gewesen wäre. Die hätten zum Großteil von den Unternehmen selbst kommen sollen, die anschließend „geratet“ worden wären. Von 50 000 Euro pro Gesellschaft war stets die Rede. Bis zum Schluss kam aber gerade ein Betrag „im unteren Millionenbereich zusammen“, hieß es zuletzt von Equirate.

Die Zurückhaltung der Unternehmen ist verständlich und durchaus nicht als Misstrauen gegenüber dem Anleger zu werten. Schließlich ist der Preis von 50 000 Euro für eine Benotung, deren Wert am Aktienmarkt bisher niemand abschätzen kann, sehr hoch. Ob sich mit einem besonders guten Equirate-Rating bei den Anlegern wirklich punkten ließe, darüber gab es berechtigte Zweifel. Und dass derjenige, der von vornherein mit einer schlechten Qualitätsnote rechnen musste, kein Interesse zeigte, ist durchaus nachvollziehbar.

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