Den MDax-Wert bietet mehr als das Geschäft mit Airbus-Flugzeugen
Signalwirkung für EADS

DÜSSELDORF. So viel öffentliche Aufmerksamkeit hatte die EADS wohl noch nie: Weltweit lief in der vergangenen Woche der erfolgreiche Erstflug des Großraumflugzeugs A 380 über die Fernsehschirme. Eine perfekte Gelegenheit, vor der Hauptversammlung in der kommenden Woche noch einmal zu präsentieren, dass der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern erheblich mehr zu bieten hat, als die Verkehrsflugzeuge der Tochter Airbus.

Die Chance hat EADS vertan. Die Schlagzeilen bestimmen in diesen Tagen kleinliche Streitereien zwischen deutschen und französischen Anteilseignern um die Neubesetzung des Chefpostens bei Airbus. So ist es kaum verwunderlich, dass der Aktienkurs zurzeit eher seitwärts läuft, obwohl das Unternehmen seine Prognosen für 2004 mit einem Ebit von 2,4 Mrd. Euro mal wieder übertreffen konnte und die Prognose für dieses Jahr auf 2,6 Mrd. Euro angehoben wurde. Und obwohl die Mehrheit der Analysten das Papier zum Kauf empfiehlt. Die guten Nachrichten verpuffen.

Dabei lohnt es sich für Anleger, mehr als einen oberflächlichen Blick auf das Unternehmen zu werfen. Durch clevere Partnerschaften, etwa mit den US-Rüstungsriesen Northrop Grumman und Lockheed Martin, hat es der europäische Konzern gerade im Militärbereich geschafft, gegenüber dem bisher übermächtig scheinenden Konkurrenten Boeing massiv Land zu gewinnen – und damit die Abhängigkeit vom konjunkturabhängigen Airbus-Geschäft zu verringern. So konnte der Anteil von Airbus am Konzern-Ebit auf gut 80 Prozent gesenkt werden; Tendenz weiter sinkend.

Beispielhaft dafür ist der Erfolg bei der Ausschreibung für eine neue Flotte von bis zu 20 militärischen Tankflugzeugen für Großbritannien. Das Konsortium um EADS und den französischen Rüstungselektronikkonzern Thales verhandelt jetzt exklusiv mit dem britischen Verteidigungsministerium; Mitbewerber Boeing hat das Nachsehen. EADS bringt geschickt seine Stärken aus dem zivilen Flugzeug-Geschäft ein. Der Clou: Der verwendete Airbus A 330 muss für den Armee-Einsatz nur geringfügig umgebaut werden und kann zivil verchartert werden, wenn die Luftwaffe ihn nicht braucht. Das senkt die Kosten massiv.

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