Der CRB-Rohstoffindex erklimmt ein 24-Jahres-Hoch: Skepsis kostet Geld

Der CRB-Rohstoffindex erklimmt ein 24-Jahres-Hoch
Skepsis kostet Geld

Pessimismus ist langweilig – und kostet Geld. Hiervon wissen jene Skeptiker, die noch vor kurzem das Ende der Rohstoffhausse propagierten, ein Lied zu singen. Denn die Preiskorrektur an den Rohstoffmärkten erwies sich lediglich als eine kurze Episode.

FRANKFURT/M. In den vergangenen Tagen ist der CRB-Index nämlich wieder kräftig gestiegen – und zwar auf das höchste Niveau seit Januar 1981. Der weltweit meist beachtete Rohstoffindex hat damit das im Dezember 2004 verzeichnete 23-Jahreshoch noch einmal deutlich übertroffen.

Die Rohstoffhausse wurde dabei neben wieder steigenden Energiepreisen auch von den boomenden Bunt- und Edelmetallnotierungen getragen. Nach nur eineinhalbmonatiger Rastpause warteten diese Gruppe in den ersten beiden Monaten des Jahres mit einer Preisdynamik auf, die die Mehrheit der Marktteilnehmern überrascht hat. So nähert sich der Preis für Kupfer – dem wichtigsten aller Buntmetalle – in diesem Tagen einem historischen Rekordniveau.

Aufmerksame Beobachter der internationalen Finanzmärkte überrascht die Metallhausse indes nicht. Warum? Die Aktienkurse der Metallproduzenten ließen in den Wochen zuvor bereits einen stabilen Aufwärtstrend erkennen, der die jetzt zur Realität gewordene Hausse der Metallpreise frühzeitig ankündigte.

Anleger, die sich in den vergangenen Wochen bei ihren Investment-Entscheidungen in Sachen Rohstoffe und Rohstoffaktien nach den Prognosen der Analysten richteten, hatten – wie bereits in den vergangenen Jahren – wieder einmal nichts zu lachen. Wer erinnert sich nicht an die jüngsten Expertentipps, die noch Ende Dezember für das laufende Jahr deutlich niedrigere Metallpreise vorausgesagt hatten.

Auf den ersten Blick erschienen die von Skepsis durchzogenen Experten-Prognosen einleuchtend. Eine Abkühlung der heiß gelaufenen chinesischen Wirtschaft werde die Nachfrage nach Rohstoffen deutlich drücken, hieß es. Die Skepsis der Meinungsmacher geht bis zur Prognose einer bevorstehenden „harten Landung“ in der VR China, dem wichtigsten Abnehmer von Rohstoffen aus. Beim kanadischen Brokerhaus Canaccord Capital, das in Sachen Rohstoff-Analyse sehr wohl Gehör findet, wird erklärt, die Regierung in Peking werde Beschränkungen bei der Kreditvergabepraxis durchsetzen.

Anlass zur Skepsis bietet nach Meinung von Fachleuten nicht nur die Nachfrage-, sondern vor allem auch die Angebotsseite. Stimmen die Beobachtungen der Analysten, dann sollte im laufenden Jahr neben einer stagnierenden oder gar nachlassenden Nachfrage gleichzeitig auch das Angebot an Buntmetallen wieder zunehmen. Begründet wird diese Aussage mit steigenden Investitionen der Minenindustrie. Einige Analysten glauben, die Kapitalausgaben für die Exploration neuer Metallvorkommen und den Aufbau neuer Förder- und Verarbeitungsanlagen werden in diesem Jahr neue Rekorde erreichen. Daher bestehe im Jahr 2005 das Risiko eines kräftigen Rückgangs der Metallpreise.

Davon kann derzeit indes keine Rede sein, wie der starke Preisaufschwung zeigt. Was Analysten möglicherweise nicht beachten: Von der Suche und Exploration neuer Metallvorkommen bis zur ersten Produktion vergehen in der Regel sechs bis acht Jahre. Heute vorgenommene Investitionen führen daher nicht unbedingt morgen zu einem höheren Angebot. So sprechen viele Anzeichen dafür, dass die Rohstoff-Analysten auch im Jahr 2005 wieder hinter dem Marktgeschehen herlaufen und ihre Preisprognosen den jeweiligen Gegebenheiten nach oben anpassen müssen.

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