Der IPO-Winzling Nanosys hat den Bogen überspannt
Teurer geht’s immer

Eigentlich sollte am Mittwoch der Handelsstart des ersten lupenreinen Nanotechnologie-Unternehmens an der Nasdaq sein. Der Börsengang wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben: Bescheidene Aufträge führten bei Nanosys zu Umsätzen von gerade ein Mal 3,2 Millionen Dollar.

DÜSSELDORF. Für die 6,25 Millionen Aktien der Firma Nanosys sollten interessierte Investoren zwischen 15 und 17 Dollar bezahlen. 115 Mill. Dollar hätte das in die noch junge Firmen-Kasse gespült. Und an der Nasdaq wäre Nanosys auf einem Schlag zwischen 330 und 370 Mill. Dollar wert gewesen. Dabei ist Nanosys erst drei Jahre alt und fast so klein wie die Technologie, mit der sich die Firma beschäftigt. 34 Mitarbeiter forschen in Palo Alto im kalifornischen Silicon Valley an einer Prozessplattform, mit deren Hilfe Atome und Moleküle für die verschiedenen Anwendungen der Nanotechnologie angeordnet und aufgeschlüsselt werden können.

Mit ein paar bescheidenen Aufträgen der Regierung hat Nanosys im abgelaufenen Geschäftsjahr schlappe 3,2 Mill. Dollar umgesetzt. Die Börse hätte Nanosys daher mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 100 bewerten müssen – Dimensionen, die an das Jahr 1999 und Namen wie CMGI oder Internet Capital Group erinnern, Internet-Beteiligungsgesellschaften, bei denen sich die Anleger hernach gehörig die Finger verbrannten. Zum Vergleich: Die Internetsuchmaschine Google hätte bei ihrem bevorstehenden Börsengang mit einem Auktionspreis in Höhe von 135 Dollar ein KUV von rund 36. Gemeinhin gilt ein KUV von eins als fair.

Nun ist der Umsatz von Nanosys leider die einzige Kennziffer, die eine Bewertung der Nano-Klitsche zulässt, denn an Gewinne ist vor dem Jahr 2009 nicht zu denken. Und dann auch nur, wenn Konsortialführer Merrill Lynch mit seinen Schätzungen zum Börsengang recht behalten sollte. Bis zum Jahr 2009 werde es Nanosys den Prognosen zufolge auch nicht gelingen, mit eigenen Produkten mehr Geld umzusetzen als mit Lizenzeinnahmen aus Forschung und Entwicklung. So kalkuliert Merrill Lynch erst im Jahr 2013 mit nennenswerten Umsätzen aus eigenen Produkten, und zwar in Höhe von 468 Mill. Dollar gegenüber dann 156,8 Mill. Dollar aus Lizenzeinnahmen.

Seite 1:

Teurer geht’s immer

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%