Der schwache September ist noch nicht ausgestanden
Zangenangriff auf die Börsen

Der üblicherweise schlechteste Börsenmonat nähert sich dem Ende, und Aktien stehen seit Wochen tatsächlich unter Druck. Lädt das mutige Anleger zum Kauf ein, ehe die Masse in Erwartung einer Jahresendrally einsteigt? Innehalten ist geboten, obwohl statistisch betrachtet die besten Monate bevorstehen.

HB DÜSSELDORF. Ein Blick zurück zeigt, dass Aktien im September stets verlieren. In den letzten 30 Jahren büßte der Dax im neunten Monat durchschnittlich ein Prozent ein. Alle anderen Monate ergeben ein Plus, wenn Dividenden reinvestiert werden. Oktober und April sind die erfolgreichsten Phasen. All das gilt für den Dax ebenso wie für den Euro Stoxx und den Dow Jones.

Mit einem Minus von bislang einem Prozent fügt sich der laufende September nahtlos in die Statistik ein. Damit könnten die schwachen Tage vorbei sein. Doch die Gemengelage ist alles andere als vertrauenserweckend. Der hohe Ölpreis verteuert für viele Unternehmen die Kosten und schmälert den Geldbeutel der Konsumenten, weil sie mehr für Benzin und Heizung ausgeben. Gleich von zwei Flanken geraten Firmengewinne also unter Druck.

Doch der ölgetriebene Dominoeffekt reicht weiter: Weil der teure Rohstoff die Inflation anfacht, sieht sich die US-Notenbank gezwungen, die Zinsen immer weiter anzuheben; zuletzt auf 3,75 Prozent nach einem Prozent noch vor gut einem Jahr. Weil sich Zinserhöhungen üblicherweise neun bis achtzehn Monate später in Firmenergebnissen und damit an den Börsen negativ auswirken – für die Unternehmen verteuern sich die Finanzierungskosten – gibt es also von einer dritten Flanke Druck auf die Kurse.

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