Der südafrikanische Produzent Implats profitiert vom Boom des weißen Metalls
Platins Glanz schlägt Gold

Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Sicher: der Preis des gelben Metalls ist zu Monatsbeginn mit 392 US-Dollar pro Unze auf den höchsten Stand seit sieben Jahren geklettert und wird wohl auch bald die Schwelle von 400 US-Dollar knacken. Aber im direkten Vergleich zu Platin, das zur Wochenmitte mit 740 US-Dollar auf ein 23-Jahres-Hoch schnellte, wirkt Gold geradezu blass.

KAPSTADT. Der Höhenflug des weißen Edelmetalls, das anders als Gold nicht nur in der Schmuckbranche sondern zur Hälfte auch für industrielle Zwecke benutzt wird, kommt in erster Linie den südafrikanischen Produzenten zugute, die den Weltmarkt dominieren. Kein Unternehmen profitiert dabei mehr als Impala Platinum (Implats), das mancher Experte noch vor einigen Jahren wegen seiner damals geringen Reserven und komplexen Eigentümerstrukturen abgeschrieben hatte.

Seit Ende April, als die Aktie mit 346 Rand auf den tiefsten Stand innerhalb der letzten 12 Monaten fiel, hat Implats satte 75 % zugelegt. Schwächelt die südafrikanische Währung besitzt die Aktie noch Spielraum nach oben. Der zuletzt stabile Rand drückte auf den Export und belastete damit das Firmenergebnis.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,5 wird Implats billiger als seine direkte Konkurrenz gehandelt, was einige Experten als eine Schande bezeichnen. Die tiefe Bewertung zeigte sich – zumindest bislang – in einer großzügigen Dividende.

Zwei Gründe haben dem weltweit zweitgrößten Platinförderer zu neuem Glanz verholfen: Zum einen profitiert Implats vom Boom des Platinpreises durch den derzeitigen Nachfrageüberhang auf dem Platinmarkt.

Daneben gelang es dem Unternehmen, eine außergerichtliche Übereinkunft mit dem Stamm der Bafokeng zu schließen, unter dessen Boden ein Großteil von Implats Platinvorräten schlummert. Seitdem erhalten die Bafokeng 22 % des zu versteuernden Einkommens von Implats sowie einen Anteil an den Dividenden des Konzerns. Der ungelöste Rechtsstreit hatte den Aktienkurs lange Zeit schwer belastet.

Und Implats fördert gute Nachrichten am Fließband: Der gerade beschlossene Verkauf des 27 %igen Anteils an dem Rivalen Lonplats spült dem Konzern 485 Mill. US-Dollar in die Kasse.

Nach eigenen Angaben will Implats einen Teil der Gelder aus dem Verkauf seines Lonplats-Anteils in die Erschließung des Great Dykes in Simbabwe stecken, wo nahe der Oberfläche die weltweit größten unentwickelten Platinreserven lagern. Viel wird beim Fortgang des Projekts indes davon abhängen, ob der Amoklauf des dortigen Präsidenten Robert Mugabe gestoppt werden kann, der sein Land politisch wie wirtschaftlich ruiniert hat.

Angesichts der Konsolidierung der Besitzverhältnisse kann Implats sein Augenmerk nun ganz auf den Ausbau seiner Kapazitäten richten. Konzernchef Keith Rumble, der zwei Jahre in Frankfurt lebte, plant rund 200 Mill. US-Dollar aus den Verkaufserlösen in das fünf Mrd. Rand teure Investitionsprogramm des Konzerns zu pumpen.

Dadurch will Implats seine Platinproduktion bis 2006 auf jährlich zwei Millionen Unzen schrauben. Zwar liegt das Unternehmen damit noch ein ganzes Stück hinter Marktführer Angloplat, der bis 2006 rund 3,5 Millionen Unzen fördern will. Doch würde Implats seine Stellung als klare Nummer zwei weiter festigen.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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