Der Versorger Gaz de France geht an die Börse
Reizvolles Tafelsilber

Mit dem Versorger Gaz de France verkauft Frankreichs Regierung ein wichtiges Stück seines werthaltigen Tafelsilbers. Es besteht wenig Zweifel daran, dass der Börsengang ein Erfolg wird. Denn defensive Werte mit Dividendenphantasie und sauberer Bilanz sind gern gesehene Aktien im Depot.

HB PARIS. Da ist zuallererst das Profil der Gesellschaft zu nennen. Gaz de France (GDF) ist einer der wenigen „Pure Player“ im Gasgeschäft, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von der Gas-Förderung über den Transport bis hin zum Service beim Endkunden. Solche klaren Profile lassen sich Börsianer etwas kosten. Legt man das obere Ende der Preisspanne zu Grunde, so kommt GDF auf eine Kapitalisierung von knapp 24 Mrd. Euro. Auf Basis der Gewinnprognose für das Unternehmens von 1,5 Mrd. Euro wird GDF beim Börsenstart mit maximal dem 16-fachen des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns bewertet. Sicher, bei Wettbewerbern wie Eon oder RWE sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse geringer, aber die haben ein wesentlich breiteres Aktivitätsfeld. Verglichen mit der spanischen Enagas, die ebenfalls überwiegend im Gas-Geschäft unterwegs ist und die auch ein KGV von rund 16 aufweist, erscheint die Bewertung von Gaz de France angemessen.

Den Großteil des Gewinns erzielt Gaz de France mit dem Tranport-Geschäft; und das ist reguliert. Darüber mag der eine oder andere die Nase rümpfen, denn eine Regulierungspolitik kann sich ändern. Die mehrjährige Preisfestsetzung für die Durchleitungspreise von Gas gibt dem Unternehmen aber eine sehr angenehme Vorausschaubarkeit beim Cash-Flow. Bislang hat die Regulierung also eher zum Wohle des Unternehmens gereicht, als diesem zu schaden.

Auch die Sorge vor der weiteren Öffnung des französischen Gas-Marktes gibt keinen Anlass zu übergroßer Sorge. Schließlich können Wettbewerber ihr Gas auf dem Weltmarkt auch nicht viel billiger einkaufen als Gas de France und müssen es anschließend durch die Leitungen der GDF-Tochter pumpen. Die bisherige Erfahrung mit der Öffnung des Marktes für industrielle Gaskunden zeigt zudem, dass nur ein Bruchteil davon tatsächlich den Anbieter gewechselt hat.

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