Deutsche Aktienfonds schlagen derzeit den Dax
Besser als ihr Ruf

Hoher zweistelliger Wertverlust und knackige Gebühren – das verbinden Anleger vielfach mit deutschen Aktienfonds. Und die schlechten Erfahrungen der jüngsten Baisse bleiben offenbar im Gedächtnis haften, auch wenn die Prügelknaben wieder für bessere Nachrichten sorgen.

FRANKFURT.So haben Aktienfonds, die ihren Schwerpunkt auf deutsche Standardwerte legen, in diesem Jahr sogar den Deutschen Aktienindex Dax abgehängt. Während die Fonds nach Berechnungen des Fondsresearch-Hauses Feri Trust seit Anfang Januar im Durchschnitt gut 27 % zugelegt haben, schaffte der Dax nur rund 19 %. Auch wenn es mit Blick auf verlorenes Kapital im Depot wenig tröstet: Selbst in den Baissejahren 2000 bis 2002 verloren deutsche Aktienfonds im Durchschnitt meist weniger als das Börsenbarometer.

Fondsexperten begründen das relativ gute Abschneiden mit der aktiven Gewichtung von Fondsportfolios. Die erfolgreichen Fondsmanager hätten schwere Dax-Titel und zugleich große Verlierer wie Allianz, Deutsche Telekom und Siemens in der Baisse gegenüber dem Index geringer gewichtet, erklärt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer beim Fondsresearch-Haus Fondsconsult. Und in der Erholungsphase dieses Jahres setzten sie hingegen nun wieder stark auf die Dax-Antriebsmotoren wie Finanz- und Technologieaktien.

Allerdings betrachte man hier nur einen relativ kurzen Zeitraum, schränkt Sälzle ein. Denn sehr langfristig betrachtet liegt der Dax vorn: So kletterte das Börsenbarometer in den letzten zehn Jahren kumuliert rund 87 %, die Fonds laut BVI im Durchschnitt knapp 64 %. Seit 1983 wartet das Standardwertebarometer gar mit einem Plus von fast 400 % auf. Die Fonds erreichten plus 376 %.

Auch wenn die deutschen Aktienfonds derzeit generell besser als ihr Ruf sind: Für den Anleger zählt nur, wie die Fonds in seinem Depot abschneiden – und innerhalb der Fondsgruppe gibt es große Unterschiede. Die besten deutschen Aktienfonds haben seit Jahresbeginn über 40 % an Wert gewonnen, während die schwächsten gerade mal ein Plus von 15 % vorweisen. Auch über mehrere Jahre hinweg unterscheidet sich deren Wertentwicklung um mehr als 25 Prozentpunkte.

Ohnehin bleibt der Blick auf die historischen Daten nur der erste Schritt auf der Suche nach einem guten Fonds einer bestimmten Kategorie. Denn „die vergangene Performance kann man nicht kaufen“, zitiert Heiko Nitzsche vom Fondsrating-Haus S&P Fund Services eine Fonds-Weisheit. Und selbst beim ersten Blick auf die vergangene Wertentwicklung sollte der Anleger Daten mehrerer Jahre anschauen. Denn eine kurzfristig schlechte Performance entlarvt nicht zwingend einen schlechten Fonds: Zu den Schlusslichtern gehört 2003 der Warburg-Daxtrend-Fonds von Warburg Invest mit einem Plus von gut 15 %. Der Fonds verfolge Trends mit Hilfe technischer Modelle und brauche eine Weile, um sich auf eine neue Entwicklung umzustellen, erklärt ein Feri-Trust-Analyst. Im Jahr 2002 hat der Fonds nur gut halb soviel verloren wie der Dax, 2001 nur ein Viertel.

Entscheidend für Anleger ist daher, die Strategie eines Fonds kennen zu lernen und darauf zu achten, dass ein in der Vergangenheit erfolgreiches Management-Team einen Fonds weiter managt. So gewichtet Fondsmanager Henning Gebhardt von der Deutsche-Bank-Tochter DWS für den DWS Select Invest seit Jahren aktiv Sektoren und Titel aus der Dax-Welt über und unter. Er erzielt damit sowohl eine Spitzenperformance wie auch sehr gute Bewertungen von Fondsrating-Häusern.

Wer lieber darauf setzen möchte, dass der Dax die Fonds weiterhin langfristig schlägt, kann ein Indexzertifikat kaufen. Dabei spart er die Fondsgebühren, die bei deutschen Aktienfonds im Mittel 1,3 % betragen. Auch die Kauf- und Verkaufkosten von rund je 1 % sind bei Zertifikaten günstiger als der Ausgabeaufschlag bei Aktienfonds von oft 5 %.

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