Die Aktie der Lufthansa probt den Sinkflug
In der Ölpreis-Falle

Der Blick auf die Kursentwicklung ihrer Anteile muss den Aktionären der Deutsche Lufthansa derzeit wie der Flug durch ein Gewitter erscheinen. Seit die Aktie im Januar eine Flughöhe von gut 15 Euro erreiche, fällt sie von einem Gewitterloch ins nächste.

DÜSSELDORF. Die Namen der Schlecht-Wetter-Gebiete variieren dabei von „hohem Ölpreis“ über „Euro-Stärke“ bis hin zu „Terror-Angst“. In der vergangenen Woche griff die Lufthansa dann gar selbst in die Wetterlage ein. Mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung um 20 Prozent schockte das Management die Märkte und drückte den eigenen Aktienkurs in Richtung 11-Euro-Marke. So wenig waren Lufthansa-Papiere zuletzt im Oktober vergangenen Jahres wert.

Inzwischen ist die Nervosität des Marktes einer nüchterneren Betrachtung gewichen. Mit Bekanntgabe des Bezugspreises, der wie erwartet dem von den Konsortialbanken garantierten Mindestpreis von 9,85 Euro entspricht, sollten die negativen Impulse der Kapitalerhöhung auf den Aktienkurs auslaufen. Vom 3. bis 16. Juni können Aktionäre jetzt für je fünf alte Anteilsscheine der Fluglinie einen neuen zeichnen.

Mit dem Erlös aus der Kapitalmaßnahme will die Lufthansa einen Teil der Investitionen in den neuen Großraum Airbus A-380 finanzieren. Vereinzelt wurde am Markt auch über andere Verwendungsmöglichkeiten, beispielsweise die Übernahme eines Konkurrenten spekuliert. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber erteilte solchen Gerüchten zwar eine Absage, ausschließen sollte man künftige Zukäufe der Lufthansa aber nicht. Verschlechtern wird sich die strategische Ausgangslage des Unternehmens für die anstehende Konsolidierung der Luftfahrtbranche durch die Kapitalerhöhung jedenfalls nicht.

Für einen ruhigen Flug der Lufthansa-Aktie sorgen im Moment jedoch weder die langfristig guten Wettbewerbs-Aussichten, noch die positive Geschäftsentwicklung der Airline. Im laufenden Jahr wird die Lufthansa aller Voraussicht nach den Sprung in die Gewinnzone schaffen. Vorstands-Chef Mayrhuber strebt ein operatives Ergebnis von mindestens 300 Mill. Euro an. Analysten rechnen gar mit noch besseren Zahlen und erwarten, dass der Vorstand seine Schätzungen in den kommenden Monaten anheben wird. Dabei berufen sie sich unter anderem auf die positive Entwicklung beim Passagier- und Frachtaufkommen. Beide Größen legten im April jeweils zweistellig zu. Die heute anstehenden Verkehrszahlen für Mai sollten diesen Trend unterstreichen.

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