Die Aktie des Marktführers L’Oréal ist ausgereizt: Preis der Schönheit

Die Aktie des Marktführers L’Oréal ist ausgereizt
Preis der Schönheit

Der französische Kosmetik-Konzern L'Oréal ist ein bemerkenswertes Unternehmen: Seit zwanzig Jahren steigt das Ergebnis mit einer zweistelligen Rate; L'Oréal hat dem Rivalen Nivea mittlerweile die Marktführerschaft auch in der Gesichtspflege abgenommen; in Wachstumsmärkten wie USA und Asien gewinnt der Konzern Marktanteile. Und genau darin liegt das Problem.

PARIS. Auf L'Oréal lastet die Bürde des Marktführers: Die Börse ist von hohen Wachstumsraten verwöhnt, und die Aktie ist gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis rund zehn Prozent teurer als die Papiere der Wettbewerber wie Estée Lauder oder Avon. Für Anleger heißt das: Wägt man Chancen und Risiken bei L'Oréal ab, so erscheinen die Risiken derzeit größer zu sein als die Chancen auf hohe Kursgewinne. Bei den von Bloomberg erfassten Analysten hat das Lager der Pessimisten daher auch eine leichte Mehrheit.

Das Beispiel Nokia zeigt, wie schnell ein umjubelter Marktführer an der Börse unter die Räder kommen kann. Die Finnen verschliefen den Trend zu Klapp-Handys und bezahlten mit hohen Marktanteilsverlusten.

Sicher, das Beispiel lässt sich nicht eins zu eins auf das Geschäft mit Schminke und Parfums übertragen, da L'Oréal nicht wie Nokia von einer Produktgattung abhängig ist. Doch es zeigt, dass eine Marktführerschaft keine Erfolgsgarantie ist – und nur die Gewinnaussichten der Zukunft werden an der Börse bewertet. L'Oréal hat bislang allen Wettbewerbswidrigkeiten getrotzt. Doch es gibt eine ganze Reihe von Unsicherheitsfaktoren, die Börsianer zur Vorsicht mahnen sollten.

Der augenscheinlichste Unsicherheitsfaktor ist der anstehende Wechsel an der Spitze des Konzerns. In einem Jahr will Management-Legende Lindsay Owen-Jones sich in den Aufsichtsrat zurückziehen. Der derzeitige US-Chef Jean-Paul Agon soll dann das Tagesgeschäft übernehmen. Agon ist in den USA sehr erfolgreich, doch als neuer Konzern-Chef hat sein Vorgänger die Latte hoch gelegt. „Ich bin kein Sklave meines Track-Records“, sagte Owen-Jones bei der Vorstellung der 2004er Ergebnisse; das klingt fast schon ein bisschen danach, als sähe er selbst das Ende der Serie nahen.

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