Die Aktie des Spirituosen-Herstellers notiert im Leitindex CAC 40
Pernod-Ricard-Aktionäre haben Durst auf mehr

Die Aktien des französischen Konzern Pernod Ricardhaben seit Mitte 2001 um die Hälfte zulegten. Vieles spricht dafür, dass das Unternehmen weiter auf der Erfolgsspur bleibt.

PARIS. Chivas Regal, Havana Club, Martell, Ramazzotti – bei diesen Namen bekommen Liebhaber von Hochprozentigem Durst. Und Anleger bekommen Appetit, weil die Aktien des Besitzers – der französische Konzern Pernod Ricard – seit Mitte 2001 um die Hälfte zulegten. Damit ließen sie die großen Börsenindizes ebenso hinter sich wie die Aktien der Konkurrenz. Vieles spricht dafür, dass Pernod Ricard weiter auf der Erfolgsspur bleibt. Denn am Freitag erhielt die Aktie den Ritterschlag zum Blue Chip: Sie notiert im Pariser Leitindex CAC 40.

Groß wurde Pernod Ricard mit dem Anisschnaps Pastis, den Firmengründer Paul Ricard in den 30er-Jahren von Marseille aus in ganz Frankreich auf die Bistrotheken brachte. Als in den 50er-Jahren Benzin knapp war, schickte Ricard eine Dromedarkarawane durchs Land, um Kneipen zu beliefern. Und als Ricard 1974 mit dem Erzkonkurrenten Pernod verschmolz, war der Grundstein gelegt für die europaweite Expansion.

Durchsetzungskraft, Kreativität und Mut zu strategischen Entscheidungen: Gründersohn Patrick, der 1978 die Leitung übernahm, hat die-se Firmenkultur erfolgreich ausgebaut. Zur Nummer drei im Spirituosen-Weltmarkt machte er Pernod Ricard, als er 2001 für 3,2 Mrd. Dollar 40 % des Getränkegeschäfts von Seagram übernahm, weil die Kanadier ihr Medienimperium mit angeschlossener Trinkhalle an Vivendi verkauften.

Viele Analysten und Anleger schalten Patrick Ricard für das hohe Risiko und die hohen Schulden. Aber Ricard behielt Recht, auch weil er die Integration der Seagram-Marken ins Portfolio von Pernod-Ricard in nur einem Jahr schaffte und zugleich die Schulden von 3,7 auf 2,3 Mrd. Euro reduzierte. Im ersten Quartal 2003 wuchs der Umsatz trotz Konjunkturdelle um 10,6 % – der Gewinn soll dieses Jahr erneut zweistellig wachsen. Analysten erwarten, dass die Gruppe die Dividende von 1,80 Euro pro Aktie, die es in den vergangenen Jahren gab, erneut ausschütten wird.

Das Geschäft mit Alkoholika ist krisenfest. Wem es gut geht, der fei-ert. Wem es weniger gut geht, der tröstet sich mit einem guten Schluck. Und das Schöne für den Aktionär: Er kann selber für noch mehr Umsatz sorgen – aber bitte in Maßen.

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