Die als riskant geltenden Anlagevehikel stabilisieren das Portfolio – Aber die Anleger müssen viel Vertrauen in die Geld-Manager haben
Hedge-Funds mindern das Risiko – als Beimischung

Hedge-Funds haben ein schillerndes Image: Einerseits sind sie als riskant verschrieen. Es ist ja nur fünf Jahr her, dass der Hedge-Fonds Long Term Capital Management durch Fehlspekulationen in eine Schieflage geriet und weltweit Turbulenzen an den Finanzmärkten auslöste. Andererseits konnten die aktuell weltweit über 6 000 Fonds während der Baisse eine beachtliche Performance mit teils zweistelligen Renditen erzielen.

FRANKFURT/M. Momentan herrscht eine hohe Unsicherheit, was denn mit der Öffnung des Marktes hierzulande ab 2004 passieren wird. Um eine Vorstellung davon zu erhalten, haben die Experten der Hypo-Vereinsbank untersucht, welche Performance-Ergebnisse das in den USA 1949 erstmals aufgelegte und seit langem genutzte Anlageinstrument erbracht hat. In der Studie, die sich auf Daten von Ende 1993 bis heute bezieht, stellt sich klar heraus, dass es dem Anleger Vorteile bringt, wenn er seinem Portfolio Hedge-Funds beimischt.

Allerdings liege der Beitrag der Funds zur Optimierung des Portfolios „häufig weniger in einer Erhöhung der Portfoliorendite, sondern vor allem in einer systematischen Reduzierung des Portfoliorisikos“, ziehen die Banker Bilanz. Außerdem betonen sie, dass die Kursentwicklung der Hedge-Funds abhängig von der gewählten Anlagestrategie unterschiedlich ist; schließlich bergen manche Strategien sehr hohe Risiken, andere recht geringe. Die Münchener lenken also den Blick der Anleger stärker auf die der Risikostreuung im Portfolio – ein Aspekt, der oft zu Ungunsten der Performance vernachlässigt wird. Dies ist eine althergebrachte Erkenntnis aus der Portfolio-Theorie: Die Performance eines Portfolios verbessert sich, wenn eine Anlage hinzugefügt wird, die mit den übrigen Assets kaum oder sogar negativ korreliert ist. Soll heißen: Die Kursentwicklung dieser Anlage hängt nicht von der Entwicklung auf den anderen Märkten ab oder bewegt sich gar gegenläufig dazu. In der Vergangenheit waren einschlägige Hedge-Funds-Indizes sowohl mit Aktien als auch mit Anleihen relativ wenig korreliert, stellen die Experten fest.

Für Privatanleger – für die ab 2004 grundsätzlich nur die Investition in Dach-Hedge-Funds vorgesehen ist, die übrigens meist hohe Gebühren kassieren – sind diese Ergebnisse wichtig. Schließlich werden sie nie genau hinter die Machenschaften der Hedge-Funds-Manager blicken und deren Strategie nachvollziehen können, so dass sie stets viel Vertrauen mitbringen müssen. Das gilt besonderes für Dachfonds, die in viele einzelne Hedge-Funds mit unterschiedlichen Strategien investieren (um so das Verlustrisiko zu mindern). Wie gut, dass da der positive Effekt auf das Depot – zumindest über einen gewissen Zeitraum – statistisch bewiesen ist.

Ob private Anleger verstärkt in den Markt einsteigen werden, ist abzuwarten. Die Hypo-Vereinsbanker meinen, deutsche Anleger seien aktuell besser über die Assetklasse informiert als in der Vergangenheit; das spreche für eine hohe Nachfrage. Und bislang seien Anlagen oft attraktiver gewesen seien, wenn sie ohne größeren Aufwand vor Ort erworben werden konnten; ein Beispiel dafür waren hierzulande Geldmarktfonds. Andere Experten sehen aber weiter großen Erklärungsbedarf. Noch seien Hedge Funds schwer zu vermarkten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%