Die Anleger setzen auf Umweltbörsen
Geistiger Vordenker

Im noch recht jungen Handel für CO2-Emissionszertifikate sehen immer mehr Kapitalanleger ein positives Beispiel für einen Markt, in dem risikobereite Investoren für ihre Courage belohnt werden.

Vom Start weg bei einer bahnbrechenden Idee Kapital zu investieren – davon hat wohl jeder engagierte Kapitalanleger über viele Jahre hinweg geträumt. Die in dieser Hinsicht am Neuen Markt in Deutschland gemachten negativen Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass ein solcher Traum rasch im Desaster enden kann. Doch in den vergangenen Jahren gab es auch zahlreiche positive Beispiele, mit denen risikobereite Investoren für ihre Courage belohnt wurden.

Im noch recht jungen – und daher auch sehr fragilen – Markt für CO2-Emissionszertifikate sehen immer mehr Kapitalanleger offensichtlich eine solch bahnbrechende und wegweisende Idee. Die bereits 1968 verbreitete, seinerzeit wie heute als revolutionär geltende, Idee des US-Ökonomen J.H. Dales ermöglichten es, der Umweltverschmutzung erstmals überhaupt einen Preis zuzuteilen.

Am ökonomischen und ökologischen Sinn des dann im Jahr 1997 im Rahmen eines Treffens der Vereinten Nationen verabschiedeten so genannten „Kyoto-Protokolls“’ zweifelt die Welt heute nicht mehr, auch wenn sich China und die USA nicht an die Vereinbarung zur Reduzierung sechs klimaschädlicher Treibhausgase gebunden fühlen.

Bereits frühzeitig hatte sich Richard Sandor dieser Überlegungen angenommen und daraufhin im Jahr 2001 mit der Chicago Climate Exchange (CCX) die erste Umweltbörse gegründet. Der Vordenker der US-Derivate-Szene reiste bereits im vergangenen Jahrzehnt rastlos rund um den Globus und versuchte Regierungen für seine Idee zu begeistern, marktwirtschaftliche Lösungen im Umweltschutz zu favorisieren.

Und die Regierungen schenkten Richard Sandor letztlich Glauben. Schließlich ist nichts überzeugender als der Erfolg – und den konnte Sandor vorweisen. Denn er war es, der vor rund drei Jahrzehnten als „geistiger Urheber“ die Terminbörsen mit der Einführung von „Financial Futures“ revolutioniert hatte. Inzwischen sind solche Kontrakte wie der Treasury-Future oder der Bund-Future die liquidesten Finanzinstrumente in der Welt überhaupt. Ähnliche Erfolge erhofft sich Sandor auch im Handel mit Emissionszertifikaten. Die vergangenen Monate scheinen ihm Recht zu geben. Ausdruck des in der Finanzwelt zunehmenden Optimismus hinsichtlich der Chancen dieses marktwirtschaftlichen Bestandteils im globalen Umweltschutz sind nicht nur steigende Umsätze im Emissionshandel außerhalb und innerhalb der Börsen. Darüber hinaus ist der beeindruckende Durchbruch dieser jungen Idee auch am Erfolg von Aktienemissionen von auf diesem Gebiet tätigen Unternehmen zu erkennen. Als Beispiel hierfür kann die britische Climate Exchange plc (CLE) gelten, deren Aktien bereits seit September des Jahres 2003 am Alternative Investment Market (AIM) – dem Zweitmarkt der Londoner Börse – gehandelt werden.

Richard Sandor hat sich mit dem Börsengang der Vorgängerfirma Chicago Environmental über den AIM Eigenkapital für den Betrieb der Börse in Chicago und der gemeinsam mit der Energiebörse IPEgegründeten Tochter European Climate Exchange (ECX) beschafft. Im Dezember 2004 erfolgte mit der Umfirmierung in Climate Exchange (CLE) auch eine Neuausrichtung als Beteiligungsunternehmen mit dem Fokus Umwelt- und Klimaschutz. Heute hält die CLE nicht nur Beteiligungen von 40 bzw. 49 Prozent an der CCX in Chicago und der ECX in Amsterdam, sondern auch wesentliche Anteile an Ceres Power (Brennstoffzellen) und Biofuels Corporation (Biodiesel).

Man habe Anspruch auf die Pole- Position, wolle also von der erste Reihe aus ins globale Geschehen eingreifen, steckt CLE-Chairman Richard Sandor die Strategie der jungen Gesellschaft ab. Der Anspruch wird dadurch reflektiert, dass sich die bei 230 Pence notierende Aktie stark vom Emissionspreis bei 100 Pence abgesetzt hat und einen erheblichen Teil der Perspektiven bereits im Kurs vorweggenommen hat.

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