Die Basisrente wird verschmäht – zu Recht
Unflexibler Rürup

Alles, was vererbt wird, freut die Erben, hat aber mit Altersvorsorge nichts zu tun.“ Klare Worte von Bert Rürup, dem Vater der nach ihm benannten Leibrente. Die Rürup-Rente kann nicht nur nicht vererbt werden, der Sparer kann auch vor Antritt des Ruhestandes unter keinen Umständen auf sie zugreifen. Der erste Eindruck: Der Staat misstraut dem Bürger; der könnte ja seine Vorsorge schon vor Rentenantritt verprassen, wenn dem kein Riegel vorgeschoben wird.

So gluckenhaft ist der Staat dann doch nicht. Die Rürup-Rente ist so konstruiert wie die gesetzliche Rente, die auch erst im Alter, aber bis zum Tode des Begünstigten ausgezahlt wird. Und die neue Basisrente soll nach dem Willen ihrer Schöpfer nicht attraktiver als die gesetzliche Altersvorsorge sein.

Rürup-Renten sind Leibrenten-Verträge, deren Beiträge steuerlich abzugsfähig sind. Sie sollen vor allem für Freiberufler – die bei Riester außen vor bleiben – als Basisrente dienen. Aktuell sind 60 Prozent der Rürup-Aufwendungen – die Höchstgrenze liegt bei 20 000 Euro – abzugsfähig, also 12 000 Euro. Der Anteil, der steuerlich geltend gemacht werden kann, steigt jedes Jahr um zwei Prozentpunkte, ab dem Jahr 2025 können 100 Prozent beziehungsweise 20 000 Euro abgesetzt werden. Arbeitnehmern allerdings wird auf diesen Betrag der bereits steuerfreie Anteil des Arbeitgebers zur gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet; deswegen fahren sie schlechter als Freiberufler.

Dafür wird die Rente bei der Auszahlung besteuert. Für die meisten Rürup-Rentner wird das nicht zu schwer wiegen, da bei einem Großteil der Steuersatz im Alter niedriger ausfallen wird als während des Erwerbslebens – gesetzt den Fall, der Eingangssteuersatz bleibt bei 15 Prozent.

Der größere Wermutstropfen bleibt jedoch der fehlende Zugriff auf die Vorsorge. Was beim Umlageverfahren der gesetzlichen Rente einleuchtet, ist bei Rürup nicht nachvollziehbar. Denn das Geld, das heute in die Rentenversicherung eingezahlt wird, wird ja nicht angespart, sondern direkt an die heutigen Ruheständler ausbezahlt. Bei der Rürup-Variante hingegen hat jeder seinen Spartopf, der sich auch verzinst. Für den Unglücksfall kann der Kunde zwar den Vertrag mit einer Hinterbliebenenversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzen. Beide kosten aber extra – und sind bisher nur vereinzelt im Angebot.

Seite 1:

Unflexibler Rürup

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%