Die Bonität von Ford und GM hat sich verschlechtert
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Wie stabil ist ein stabiler Ratingausblick von Standard & Poor’s? Diese Frage beschäftigt derzeit besonders die Besitzer der Anleihen von General Motors (GM) und Ford.

FRANKFURT/M. Denn S&P setzte in der vergangenen Woche die Bonitätsbewertung für den US-Autokonzern GM auf „BBB-“ bei stabilem Ratingausblick herab. Ford bewertet S&P schon seit fast einem Jahr mit diesem Rating bei ebenfalls stabilem Ausblick.

Damit sind die Konzerne mit ihrem Rating auf der untersten Stufe der so genannten sicheren Investmentklasse (Investment-Grade) angelangt. Eine Herabsetzung um eine weitere Stufe hätte fatale Auswirkungen. Denn viele Investoren dürfen nur Anleihen mit dem Gütesiegel Investment-Grade halten. Eine Herabstufung auf „BB+“ und damit das Niveau von Junkbonds (Schrottanleihen) würde viele Investoren zu Verkäufen zwingen und deshalb drastische Kursverluste der Anleihen zur Folge haben.

Die Kurse der Anleihen von Ford und GM fielen denn auch in der vergangenen Woche, und ihre Renditen stiegen entsprechend. Unmittelbar droht indes keine Herabstufung in den Junkbond-Bereich. Moody’s und Fitch bewerten Ford zwei Stufen und GM zwei bis eine Stufe besser als S&P. Und stabile Ratingausblicke bedeuten in der Regel, dass auf Sicht von zwei Jahren Herabstufungen unwahrscheinlich sind. Gleichzeitig betonte S&P mit Blick auf die US-Autobauer aber, dass es grundsätzlich keine Garantie für ein Rating im Investment-Grade gebe.

Das verheißt nichts Gutes. Die Unternehmen müssen den Turnaround in der Autosparte schaffen, in der sie schon länger kein Geld mehr verdienen. Lediglich die Finanzsparten der Konzerne laufen gut, wie die Quartalszahlen zeigen. Dabei steht Ford besser das als GM. Im Autobereich machen den Unternehmen aber Rabattschlachten, der hohe Ölpreis und schwierige Verhältnisse auf den wichtigsten Absatzmärkten zu schaffen. Bei GM wirkt zudem der Streit über die Sparmaßnahmen und den Arbeitsplatzabbau bei der Tochter Opel belastend. Dazu kommen bei beiden Unternehmen hohe Pensionsverpflichtungen.

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