Die Conti-Aktie profitiert von striktem Renditedenken
Nicht zu bremsen

Schwache Autokonjunktur, hoher Preisdruck auf die Zulieferer, die Bürde, eine Übernahme zu finanzieren: Momentan scheint es nichts zu geben, was der Aktie der Continental AG richtig schaden kann.

FRANKFURT. Sie marschiert – von kurzfristigen Rückschlägen abgesehen – seit nunmehr über einem Jahr steil bergauf. Mehr als 140 % hat der Kurs allein in den vergangenen zwölf Monaten zugelegt und damit jeden Vergleichsindex um Längen geschlagen. Der kleine Rückschritt, den das Papier in den vergangenen Tagen nach der Ankündigung der geplanten Übernahme des Hamburger Kautschukspezialisten Phoenix gemacht hat, dürfte schon bald wieder ausgeglichen sein.

Ein Papier nach einer solch rasanten Entwicklung noch zum Kauf zu empfehlen, scheint riskant. Dass es trotzdem nicht wenige Bankhäuser tun, hat seinen Grund. Der Reifenhersteller und Autozulieferer wurde in den vergangenen Jahren mit einer Konsequenz auf Rendite getrimmt, die kaum zu überbieten ist. Aus einem verlustreichen Konzern mit hohen Schulden schmiedeten Vorstandschef Manfred Wennemer und sein Team ein gesundes und hochrentables Unternehmen. Das Rezept klingt einfach: Investitionen in Wachstumsfelder wie die elektronischen Fahrassistenzsysteme ABS und EPS, Ausbau der Aktivitäten vom Komponenten- zum Systemlieferanten und Verlagerung von allem, was in Billiglohnländern höhere Renditen verspricht. Unter diesem Druck wurden auch deutschen Beschäftigten Eingeständnisse wie längere Arbeitszeiten abgetrotzt.

Gegen Kritik an der Strategie zeigte sich das Management bislang immun. Das wird auch in Zukunft so bleiben. In China sucht der Konzern für die Reifenproduktion einen Partner, will alternativ eigene Werke bauen. Weitere Großinvestitionen in Billigstandorte wie Malaysia und Brasilien sind bereits beschlossen.

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