Die Euphorie der Börsianer nach dem Kauf von Reebok ist übertrieben
Ein schweres Auswärtsspiel für Adidas

Als Puma-Chef Jochen Zeitz vergangene Woche ankündigte, nach Übernahmekandidaten Ausschau zu halten, ging die Aktie des fränkischen Sportkonzerns in die Knie. Die Anleger befürchteten, eine Übernahme könnte die glänzenden Margen des Herzogenauracher Aufsteigers gefährden.

HB MÜNCHEN. Ganz anders die Reaktion der Börse auf die Übernahme des amerikanischen Sportartikelanbieters Reebok durch Adidas: Die Investoren feierten die Akquisition am Mittwoch mit einem Kursplus der Adidas-Aktie von sieben Prozent.

Beide Male waren die Ausschläge überzogen. Denn Puma-Chef Zeitz weiß sehr wohl, dass er vorsichtig sein muss mit Übernahmen, um seine Traummargen langfristig halten zu können. Genauso steht jetzt schon fest, dass Adidas den 3,1 Mrd. Euro schweren Kauf von Reebok erst einmal verdauen muss, ehe die Gewinne so üppig sprudeln, wie sich das die Analysten jetzt ausrechnen.

Adidas-Chef Herbert Hainer versucht, die Integration von Reebok zwar als leichtes Heimspiel darzustellen. Doch Reebok einzugliedern könnte leicht eine Auswärtspartie mit Verlängerung und Elfmeterschießen werden.

Schon einmal haben die Herzogenauracher versagt, als es galt, eine Übernahme zum Erfolg zu machen. Der Kauf des französischen Outdoor-Anbieters Salomon entwickelte sich zum Alptraum. Lediglich das Golfgeschäft der Franzosen ist mittlerweile im Konzern übrig geblieben. Das Ski- und Outdoor-Geschäft gibt Adidas in diesen Tagen an den Amer-Konzern ab. Nun müssen die Finnen Salomon sanieren.

Dazu kommt, dass in den vergangenen Jahren viele große deutsche Konzerne mit ihren Akquisitionen in den USA lange nicht glücklich geworden sind und ihre Töchter jenseits des Atlantiks mit Milliarden aufpäppeln mussten. Die Liste reicht vom Autokonzern Daimler-Chrysler bis zum Versicherer Münchener Rück.

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