Die Geld-Blase
Börsianer beunruhigt die Dominanz der Finanztitel

Finanzwerte bekommen an den Finanzmärkten ein immer größeres Gewicht. Die unabhängige US-Researchfirma Bridgewater Associates hat den wachsenden Einfluss an Wall Street mit Zahlen unterlegt.

Bis Anfang der 80er Jahre trugen Finanzwerte zwischen zehn und 20 Prozent zu den Gewinnen bei den großen Aktiengesellschaften bei. In den 90er Jahren kletterte diese Quote auf 30 Prozent. In den vergangenen Jahren sprang sie mit bisher unerreichtem Tempo über die Marke von 40 Prozent. Auffällig ist, dass parallel dazu der Gewinnanteil der produzierenden Firmen von 60 auf zehn Prozent schrumpfte.

Mit anderen Worten: Im Leitland der industrialisierten Welt, den USA, wird immer seltener mit der Herstellung und Produktion von Dingen im klassischen Sinne Geld verdient. Immer mehr Gewicht bekommen dagegen Profite, die mit Geld- und Kreditgeschäften erzielt werden. Diese Zahlen bereiten einigen Börsianern Kopfzerbrechen: Sie fürchten ein Platzen dieser Branchenblase. So stellen Kritiker wie der renommierte Vermögensverwalter Marc Faber die Frage, ob eine derartige Gewichtsverschiebung für eine Volkswirtschaft gesund sein kann.

Auch andere Analysten sind skeptisch. Sie halten es für möglich, dass die Finanzbranche ihren Zenit überschritten hat. Im Kurssturz der großen Versicherung AIG sehen sie ein böses Omen. Auch Rückschläge bei Kreditinstituten bereiten ihnen Kopfschmerzen. Selbst erfolgreiche Investmentbanken wie Goldman Sachs können sich nicht abkoppeln, glaubt Analyst Richard Russell, der in Amerika die technische Analyse nach der so genannten Elliott-Wellen-Theorie populär machte. Der 80jährige sieht ein schlechtes Zeichen im Goldman-Kursrückgang der vergangenen Wochen.

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