Die Investoren blenden viele Probleme aus
Blauäugige Anleger

Anleger sind so sorglos wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Das spiegelt sich in der extrem niedrigen Volatilität der großen Aktienindizes dies- und jenseits des Atlantiks wider. Investoren rechnen demnach mit geringen Schwankungen an den Börsen. Üblicherweise ist eine derartige Erwartungshaltung mit großer Sorglosigkeit verknüpft. Tatsächlich aber blenden Investoren viele Probleme, die das Finanzsystem in Zukunft belasten könnten, nur deshalb aus, weil die Schwierigkeiten bekannt und damit „eingepreist“ sind. Gelöst sind sie damit keineswegs.

DÜSSELDORF. Der Irak-Krieg 2003, wirtschaftliche Verwerfungen und Deflationsängste 2002, die Terroranschläge am 11. September 2001 sowie die Asien- und Russlandkrise 1998 und 1999 hatten jedesmal die Volatilität stark steigen lassen. Der VDax, der die erwarteten Schwankungen im Deutschen Aktienindex misst, war auf Werte über 50 gestiegen. Üblicherweise kommt es bei solchen Niveaus zu starken Kursrückgängen – anschließend aber auch zu sprunghaften Bewegungen nach oben.

Phasen extrem niedriger Volatilität, wie zurzeit mit Werten deutlich unter 20, gab es zuletzt Anfang der neunziger Jahre. Damals stiegen die Aktienkurse leicht, bevor sich die größte Hausse aller Zeiten ankündigte. Die häufig verbreitete These, wonach niedrige Volatilität und damit große Sorglosigkeit stets Kursrückgänge zur Folge hat – weil der Optimismus vielleicht zu groß ist – hat sich nicht bewahrheitet. Steht der Markt damit auch jetzt wieder vor einer großen Aufwärtsbewegung?

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