Die Prominenz zieht sich zurück
„Home, sweet home“ – nun auch für Aktien

Immer weniger Unternehmen lassen ihre Papiere an ausländischen Börsenplätzen listen, um Kosten zu senken. An der Deutschen Börse zum Beispiel entfielen im Jahr 2003 nur noch 5,6 % des Aktienumsatzes auf ausländische Papiere.

FRANKFURT/M. Ein Türschild ziert manch US-amerikanische Haustür und stellt dabei deutsche Geschmacksnerven auf eine starke Probe: „Home, sweet home“ steht dort zu lesen, oft auf pinkfarbenem Untergrund. Manch eine Börsenverwaltung dürfte sich bald überlegen, ob sie nicht auch ein solches Schild bei sich aufhängt. Der Grund: Weltweit sinkt auf den Kurszetteln die Zahl ausländischer Werte und der Umsatz mit ihnen.

An der Deutschen Börse beispielsweise entfielen im Jahr 2003 nur noch 5,6 % des Aktienumsatzes auf ausländische Papiere. Zum Vergleich: Während des Börsenbooms im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 13 %. Noch deutlicher wird dieser Trend in absoluten Zahlen: Hier stehen 47 Milliarden Euro im vergangenen Jahr 177 Milliarden Euro im Jahr 2000 gegenüber.

Der Umsatzrückgang hat sicherlich viele Gründe, ein wesentlicher ist sicherlich die stark gesunkene Zahl ausländischer Unternehmen, die an der Deutschen Börse gelistet sind. Prominente und weniger prominente Namen haben diese in den zurückliegenden zwölf Monaten verlassen wie etwa der britische Mobilfunk-Gigant Vodafone, der französische Mischkonzern Lafarge und das österreichische Industrie-Unternehmen RHI. Nur noch 173 ausländische Unternehmen und damit knapp 30 % weniger als im Jahr 2000 sind hier zu Lande im amtlichen Handel gelistet. Die Deutsche Börse stellt damit allerdings keinen Einzelfall dar. Auch London hat zum Beispiel mit Unilever und Nokia prominente Abgänge zu verzeichnen.

Die Argumente der Unternehmen sind dabei stets die gleichen. Die Kosten stehen in keiner Relation zum Nutzen, den ein Zweit- oder gar Drittlisting bringt. Und schließlich sparen sich die Emittenten nicht nur die reine Listing-Gebühr, sondern auch den ganzen Rattenschwanz an Kosten für PR-Agenturen, Rechtsanwälte und Übersetzer.

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