Die Riester-Rente muss einfacher werden
Schlecht gefördert

Retten Sie die Riester-Rente - und damit Ihr Einkommen im Alter, möchte man den Deutschen angesichts der Misere im staatlichen Rentensystem ausrufen. Aber die meisten Bundesbürger wollen nicht riestern:

Nach der jüngsten Umfrage des Deutschen Institutes für Altersvorsorge (DIA) nutzen nur etwa sechs Millionen diese staatlich geförderte Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Zwar haben im letzten Jahr laut DIA eine halbe Million Deutsche einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Aber bei rund 33 Millionen berechtigten Arbeitnehmern, Beamten und deren Ehepartnern ist das noch lange kein Zeichen dafür, dass die Förderrente in Mode kommt. Schließlich bekennen sich drei Viertel der Befragten als Riester-Verweigerer.

Auch die zuletzt optimistischeren Klänge aus der Versicherungsbranche interpretieren Versicherten-Vertreter als Marketing-Strategie: Zwar berichten einige Unternehmen wie Münchener Rück oder Allianz über steigende Riester-Abschlüsse. Dies liegt aber wohl in erster Linie daran, dass manch ein Versicherter die Vermittlungsprovisionen erhöht hat. Gegen den Optimismus der Versicherer steht eine Umfrage unter Fach- und Führungskräften der Branche, die die Riester-Rente dauerhaft als Ladenhüter sehen. Die Versicherungen versuchten, mit Riester-Verträgen eine Produktlücke zu füllen, bis es einfachere und damit besser zu verkaufende Produkte gebe, sagt etwa Lilo Blunck, Geschäftsführerin beim Bund der Versicherten.

Riester-Verweigerer halten die Förderrente-Rente für zu kompliziert. Auch Finanzvermittler stöhnen über den hohen Beratungsaufwand. Da die Berater ihre Provisionen zwar seit Jahresanfang schneller, aber noch immer erst im Laufe von fünf Jahren bekommen, verkaufen sie lieber Lebensversicherungen.

Dabei lohnt sich ein Riester-Vertrag für jeden. Erstens schenkt der Staat einem aktuell 76 Euro im Jahr Zulage, ab 2008 sogar 154 Euro. Für jedes Kind gibt es derzeit 92 Euro und künftig 185 Euro jährlich extra. Nicht berufstätige Hausfrauen und -männer können allein über die staatlichen Zuschüsse eine kleine Zusatzrente aufbauen, wenn auch der Partner riestert. Zweitens können Besserverdienende Steuern sparen: Derzeit bekommt man maximal für Beiträge über 1 050 Euro im Jahr staatliche Förderung, bis 2008 steigt der Betrag auf 2 100 Euro. Das Finanzamt prüft im Einzelfall, ob Zulagen oder Steuerabzug günstiger sind.

Erträge sind während der Ansparphase steuerfrei. Der Staat kassiert bei der Auszahlung als Rente, die ab dem 60.Lebensjahr erfolgen kann. Dann kann sich der Berechtigte auch bis zu 30 Prozent auf einmal auszahlen lassen. Wer während der Ansparphase ein Haus kaufen möchte, kann sich das Geld dafür aus dem Vertrag ausleihen, muss es aber wieder einzahlen. Riester-Verträge sind zudem „Hartz-IV-sicher“ und an den Partner vererbbar.

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