Die Umstrukturierung der ehemaligen Preussag zum Touristikunternehmen Tui ist fast beendet
Tui bietet Anlegern mehr Stress als Entspannung

Für den Reisekonzern Tui beginnt eine neue Ära. Der seit 1997 währende Umbau vom Mischkonzern Preussag zu Europas führendem Touristikunternehmen ist nahezu beendet. Analysten loben die neue Transparenz. Die Mehrheit empfiehlt die Aktie zum Kauf.

Privatanleger sollten den Tipp ignorieren, denn die Aktie ist ein riskantes Spekulationsobjekt, das am Tropf der „Geiz ist geil“ – Gesellschaft hängt. Tui ist konjunkturabhängiger denn je und muss sich im schrumpfenden Reisemarkt zäher Konkurrenz erwehren. Zudem hat das Unternehmen dermaßen abgespeckt, dass die Aktie wegen der Konjunkturschwäche stets Gefahr läuft, einzubrechen. Zwar wird sie wie jeder Zykliker ab und an wieder auferstehen. Doch Versuche des perfekten Timings kosten Anleger gewöhnlich mehr Geld als sie bringen.

Seit 1997 hat Tui fast fünf Mrd. Euro – zumeist auf Pump – für Zukäufe ausgegeben, um die Nummer eins im Urlaubsgeschäft zu werden. Für etwa dieselbe Summe verkaufte der Konzern seit 2001 nichttouristische Sparten. Seither schrumpft auch der Reisemarkt. Die verlustreichen Folgen linderte Tui bislang mit den Verkaufserlösen.

Künftig fallen die Kapitalspritzen weg. Dann könnte es Tui bei neuen Markteinbrüchen wie My Travel ergehen: Der britische Rivale, der als reiner Reisekonzern kaum über liquidierbare Beteiligungen abseits des Kerngeschäftes verfügt, musste die Aktivitäten außerhalb von Großbritannien und Skandinavien abstoßen, um zu überleben.

Die Branche sollte mit weiteren Horrorjahren wie 2003 rechnen, als die Umsätze wegen der Konjunkturschwäche, Terrorängsten und der sinkenden Kaufkraft der Kunden um 5,5 Prozent sanken. Dass sich die Buchungen bei Tui 2004 nach Meinung der Analysten erholen werden, liegt vor allem am niedrigen Vorjahresniveau.

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