Die US-Firma Caviar Creator ködert Anleger mit einer riesigen Kaviarzucht
Rendite für Feinschmecker

Wer dachte, Kaviar sei ein teurer Spaß, kennt nur die halbe Geschichte. Mit Störeiern lässt sich auch richtig viel Geld verdienen. Das behauptet jedenfalls Caviar Creator.

DÜSSELDORF. Das Unternehmen will demnächst im vorpommerschen Demmin Störfleisch und Kaviar erzeugen, getreu seinem Werbeslogan: „Unser Gold ist schwarz“.

In diese Goldgrube will das in Oregon gegründete, aber von Deutschen geführte US-Unternehmen deutsche Anleger beteiligen. Vier Millionen Vorzugsaktien für insgesamt 35,6 Millionen Dollar (28,5 Mill. Euro) versuchen die Kaviarzüchter, seit dem 2. Oktober außerbörslich an den Mann bringen. Allein 30 der rund 150 Mitarbeiter sind mit der Akquise beschäftigt. Im persönlichen Gespräch wird da schon mal eine Rendite von mindestens 20 Prozent spätestens ab 2008 versprochen. So hat Caviar Creator mit einem geschlossenen Fonds von privaten Investoren bereits rund 4,5 Millionen Euro eingeworben.

Aber genau wie bei anderen exotischen Anlagen – ob Tropenholzplantagen oder Schatzsuchen in den Weltmeeren – ist das Risiko für den Privatanleger nicht abschätzbar. Und bei Kaviar stellt sich die Frage allemal, wieso erst Caviar Creator auf das Geschäft mit der Delikatesse gekommen ist, blättert der Feinschmecker für ein Kilogramm erlesener Fischeier doch schon mal 2 000 Euro hin. Tendenz steigend, denn die Störe sterben aus. Und in diese „Angebotslücke“ will Caviar Creator vorstoßen, mit Mengen, die bislang bei Zuchtkaviar unbekannt waren. Schon nächstes Jahr will Caviar Creator in seiner Aquakulturanlage erstmals bis zu drei Tonnen Kaviar ernten. Dabei hat die Firma ihre ersten Fische erst vor ein paar Wochen zu Wasser gelassen. In zwei Jahren sollen es 130 Tonnen Störfleisch und elf Tonnen Kaviar jährlich sein, ab 2008 sogar 33 Tonnen. Selbst bei einer „vorsichtigen“ Kalkulation von 500 Euro pro Kilo Zuchtkaviar sei die versprochene Rendite zu erwirtschaften, beteuert das Unternehmen

.

Zweifel sind angebracht: Denn das Kilo Wildkaviar kostet im Großhandel zwischen 300 und 400 Euro. Zudem könnte Caviar Creator mit den geplanten Produktionsmengen den Preis für Zuchtkaviar dramatisch einbrechen lassen. Das Unternehmen lässt sich von solchen Zweifeln nicht beirren: Ihr Zuchtkaviar sei qualitativ sogar hochwertiger als die raren Eier der wilden Störe. Schließlich sei ihr Produkt nicht mit Umweltgiften belastet. Bleibt die Frage offen, ob die Feinschmecker die Massenware goutieren. Caviar Creator jedenfalls plant für 2005 den Gang an die Nasdaq – mit dem Erlös sollen weitere Zuchtanlagen gebaut werden.

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