Die wichtigste Emission des Jahres kann nur am eigenen Erfolg scheitern
Fluch des Siegers bedroht Google-Börsengang

König Pyrrhos von Epirus beherrschte im dritten Jahrhundert vor Christus den griechisch besetzten Teil der italienischen Halbinsel. Mehrfach schlug er die Römer in verlustreichen Schlachten. Doch alle Siege halfen nichts – am Ende verdrängte die aufstrebende Macht Roms die Griechen von der italienischen Halbinsel.

NEW YORK. Auch der Internet-Suchdienst Google feierte im Wettstreit mit seinen Emissionsbanken zuletzt einen Sieg nach dem anderen. So zwang der Börsenkandidat seinen Beratern ein Auktionsverfahren auf, in dem die Anleger durch ihre Kaufgebote den Ausgabekurs beeinflussen. Die gestern veröffentlichte Preisspanne von 108 bis 135 Dollar je Aktie bewertet Google weitaus höher, als manchem Banker lieb ist. Auch die für Wall-Street-Verhältnisse mickrige Emissionsgebühr, die Google seinen Bankern zahlt, treibt manchen Wall-Street-Profi zur Weißglut.

Doch Google droht das Schicksal des Pyrrhos. Zum Erfolg wird der Börsengang nur, wenn die Aktie am Ausgabetag weder zu hoch, noch zu niedrig bewertet ist. Wenn Google einen zu hohen Preis durchdrückt, droht nach der Emission ein Kurssturz. Das würde nicht nur den Aktionären schaden, sondern auch dem Ansehen des Vorzeigekonzerns.

Das Unternehmen und seine bisherigen Anteilseigner wollen ihre Aktien möglichst teuer verkaufen. Dagegen sind die Käufer an einem möglichst niedrigen Preis interessiert. Die Investmentbanken, die den Börsengang einfädeln, agieren als Interessenvertreter der Käufer. Ihr Job besteht schließlich darin, die Papiere am Markt abzusetzen.

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