Dow-Jones-Index hat einen Jahrestiefststand erreicht– Zeit für das eine oder andere Schnäppchen
Blue Chips im roten Bereich

Standardwerte sind eine sichere Anlage und robust gegen wilde Kurs-Ausschläge, sagt man. Der weltbekannteste Index für solch etablierten Werte, der Dow Jones Industrial, hat diese These auch über Jahre bestätigt.

Im Chaos der platzenden Blase hat er sich weit besser gehalten, als kleinere Werte im breit gefassten S&P 500. Doch jetzt ist alles anders – der Dow ist seit Jahresanfang mit einem Minus von 6,6 Prozent stärker abgerutscht als der breiter gefasste S&P 500 (minus 1,5 Prozent) oder der Sammelindex der Nasdaq (minus 4,4 Prozent) und hat damit gerade einen Tiefststand in diesem Jahr erreicht.

Warum geraten Blue Chips plötzlich so tief in den roten Bereich? Das kleine Portfolio des Dow von nur 30 Werten mag ein Grund für die schlechte Entwicklung sein. Sondereffekte wie der Reinfall des Pharmariesen Merck mit dem vom Markt genommenen Medikament Vioxx oder der Skandal um Versicherer wie AIG haben den Index kräftig Punkte gekostet. Auch der Chiphersteller Intel musste in diesem Jahr einen tiefen Fall von 33 Prozent seit Jahresanfang hinnehmen. Rohstoffbezogene Werte – die Gewinner des Jahres – sind dagegen im Dow unterrepräsentiert.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Konzerne wie Coca Cola, McDonalds oder Microsoft wachsen nur noch langsam. Im Umfeld einer Konjunktur, die nur mühsam in Schwung kommt, haben sie ihre Grenzen erreicht. Sie sind schon überall. Statt von Marktmacht und Skaleneffekten zu profitieren, leiden die Großen unter einem Mangel an Perspektiven und hohen, unproduktiven Kassenbeständen. Anleger haben sich deshalb lieber auf mittlere und kleinere Titel konzentriert, die erfolgreiche Einzelstorys vorweisen und noch längst nicht alle Märkte erobert haben.

Auch ist unter dem Frust eines Aktienmarktes, der sich seit Monaten in enger Bandbreite seitwärts bewegt, wieder eine neue Faszination für Technologie- Werte wie Google, Yahoo oder Ebay zu beobachten, die alle schon wieder extrem überteuert erscheinen.

Trotzdem, das Credo der Wertinvestoren, Titel mit langjährigem steten Wachstum der Gewinne und Dividenden zu bevorzugen, gilt auch heute noch. Da sind Pannen wie bei Merck eine günstige Gelegenheit zum Einstieg. Die Dividendenrendite des Pharmariesen ist nach dem jüngsten Kursrutsch mit 4,86 Prozent äußerst attraktiv. „Pannen sind bei gut geführten Konzernen schnell vergessen“, sagt der erfahrene Vermögensverwalter Georg Thilenius.

Attraktiv erscheinen derzeit auch Werte wie Procter & Gamble oder Johnson & Johnson, die mit ihrer Vielzahl attraktiver Produkte neue Märkte erobern können. Auch auf Werte wie Exxon können Anleger aufspringen. Der Ölpreis hält sich länger als gedacht – nach einem Plus von 17 Prozent seit Jahresbeginn sind bei Exxon oder Chevron weitere Kursgewinne drin.

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