Effizientes Management bei African Rainbow Mineral Gold
Fusion stärkt Harmony Gold

Durch die Fusion der Schwarzen kontrollierten Goldminengesellschaft African Rainbow Mineral Gold (ARM Gold) mit Harmony Gold des Buren Bernard Swanepoel zur Harmony ist fder weltweit fünftgrößte Goldförderer entstanden.

KAPSTADT. Sie sind ein merkwürdiges Gespann: Patrice Motsepe, Chef und Mitbesitzer der von Schwarzen kontrollierten Goldminengesellschaft African Rainbow Mineral Gold (ARM Gold), ist von Haus aus Anwalt und von aristokratischer Herkunft. Schon äußerlich würde man ihn wegen seines gepflegten Äußeren eher in der Modebranche als im Bergbau vermuten. Ganz anders sein Gegenüber Bernard Swanepoel von Harmony Gold: Der Bure gilt als ein Draufgängertyp, der sich gerne die Hände schmutzig macht und als ehemaliger Unter-Tage-Manager mit Vorliebe durch die engen Stollen krabbelt, um ihr Vorankommen persönlich zu überprüfen.

Seit zwei Monaten sind Motsepe und Swanepoel Partner: Durch die gerade vom südafrikanischen Kartellamt genehmigte Fusion ihrer beiden Unternehmen ist Harmony mit einer jährlichen Produktion von über 4 Mill. Unzen Gold weltweit zum fünftgrößten Förderer des Edelmetalls avanciert. Während ARM Gold durch die Verschmelzung an Masse gewinnt, erfüllt Harmony nun die strikten Auflagen der staatlich verordneten Bergbau-Charta: Danach müssen schwarze Südafrikaner in fünf Jahren zu 15 % an allen Minen des Landes beteiligt sein. Bis 2012 soll dieser Anteil noch einmal auf dann 26 % steigen. Das Zusammengehen hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können: Beide Unternehmen sind durch den unerwartet starken Anstieg der Lokalwährung Rand gegenüber dem Dollar zuletzt mächtig unter Druck geraten, weil sie ihre Kosten in Rand abrechnen, aber ihre Erlöse in Dollar erhalten.

Der dadurch bedingte Gewinneinbruch um fast 50% im Märzquartal hat inzwischen eine letzte Konsolidierungsrunde im südafrikanischen Goldbergbau eingeläutet: Waren 1990 noch 63 Goldunternehmen an der Johannesburger Börse (JSE) notiert, sind es heute noch 15. Keines dieser Unternehmen hat indes eine ähnlich dramatische Metamorphose wie Harmony durchlaufen: Nachdem das Unternehmen vor sieben Jahren am Rande des Bankrotts stand, ist es heute aus dem Kreis der großen Goldförderer nicht mehr wegzudenken.

Sein Erfolgsrezept ist dabei denkbar einfach: Unter der Leitung von Swanepoel hat Harmony von den großen Goldproduzenten wie Anglogold und Gold Fields Minen günstig erworben, die für die Schwergewichte der Branche nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben waren. Dank des günstigen Kaufpreises, aber auch wegen seiner starken Position gegenüber den Gewerkschaften, die sich zwischen einer Schließung der Mine oder einer starken Rationalisierung des Betriebs entscheiden mussten, kam es in praktisch allen von Harmony übernommenen Gruben rasch zu einem Turnaround.

Daneben profitierte Harmony bei den Zukäufen lange Zeit von dem fallenden Goldpreis, der viele Großproduzenten zwang, unrentable Anlagen zu schließen oder billig abzugeben. Zwar sind viele dieser Minen durch das Anziehen des Goldpreises in den letzten beiden Jahren inzwischen wieder profitabel geworden, doch finden sich wegen des günstigeren Umfeldes derzeit naturgemäß weniger Kaufgelegenheiten. Immerhin gibt Harmony dies jetzt Gelegenheit, die zahlreichen Zukäufe der letzten Jahre nun zu konsolidieren. Da Harmony zu jenen Konzernen gehört, die traditionell kein Gold im voraus verkaufen, schlagen sich die Fluktuationen des Goldpreises direkt – positiv wie negativ – im Aktienkurs nieder. Bei Hedging- Transaktionen verkaufen Minen einen Teil des noch im Boden befindlichen Goldes zu einem festen Termin, um sich damit Kapital zu beschaffen, aber auch um gegen einen plötzlichen Absturz des Goldpreises zu wappnen.

In den letzten zwölf Monaten haben Harmony-Aktien über die Hälfte an Wert verloren. Allerdings scheint das Pendel sich allmählich wieder in die andere Richtung zu bewegen. Der Konzern dürfte auf lange Sicht besonders stark von seinem effizienten Management, der zunehmenden Expansion ins Ausland sowie der erwarteten Abschwächung des Rands profitieren. Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, ist das Unternehmen bereits im letzten Jahr von der Nasdaq an die New York Stock Exchange umgezogen.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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