Ein Fonds muss vor allem zum Anlegerprofil passen
Gut ist passend

Mehr als 2 400 Investmentfonds in Deutschland bescheren privaten Anlegern eine schier endlose Qual der Wahl. Oben auf den Performance- Rennlisten glänzen regelmäßig Fonds mit interessanten Namen, die selbst in der Börsenbaisse hohe Renditen erzielen.

FRANKFURT/M. Nur die paar Bekannten im eigenen Depot tauchen dort nie auf und lasten mit deutlich zweistelligen Verlusten schwer auf dem Portfolio. Was macht ein Anleger am besten mit mies laufenden Fonds? Und wie greift er sich unter den tausenden von Investmentbündeln gute heraus?

Auch wenn man Verlierer-Fonds am liebsten aus dem Depot schaffen und vergessen würde, lohnt sich ein Blick auf die jüngere Vergangenheit des Anlagepakets. Hat der Fondsmanager etwa seit Beginn der jüngsten Börsenbaisse wirklich so viel schlechter abgeschnitten als seine Konkurrenten? Hinkt der Fonds seitdem auch dem Vergleichsindex klar hinterher? Ein zweifaches „Ja“ macht einen Verkauf mit Verlust überlegenswert, um mit einem aussichtsreicheren Fonds das eigene Minus schneller wett zu machen.

Um nun aber einen besseren – im Idealfall einen Spitzenfonds – zu finden, muss sich ein Anleger zunächst eine wichtige Frage beantworten: In welches Segment kann er nach seinem persönlichen Rendite-Risiko- Profil und Zeithorizont überhaupt investieren? Nur wer sich hier richtig entscheidet, kann den für bestimmte Anlagekategorien wie Aktienfonds nötigen langen Atem zeigen und auch Zyklen schwächerer Wertentwicklung überstehen, ohne etwa aus Liquiditätsgründen verkaufen zu müssen oder gar die Nerven zu verlieren. Für Joachim Meyer, Geschäftsführer beim bankunabhängigen Fondsberater Fondsconsult, ist dies die grundlegende Frage für die Fondsauswahl: „70 bis 80 Prozent des Gesamterfolgs hängen am richtigen Segment.“

Für die anschließende Analyse des ausgewählten Segmentes helfen die viel beachteten Fonds-Ranglisten über Wertentwicklungen der vergangenen Jahre sowie Fonds-Ratings, für die die Ratinghäuser neben der Wertentwicklung das Risiko abschätzen und teilweise die Qualität der Fondsmanager bewerten. Kennen sollte der Anleger auch die Strategie des Fondsmanagers.

Denn ein Erfolg in der Vergangenheit bildet nur den Ausgangspunkt zur Einschätzung der künftigen Entwicklung. Haben der zuletzt erfolgreiche Fondsmanager und sein Team etwa gerade gekündigt oder einen Strategiewechsel beschlossen, sollten Anleger den ausgewählten Fonds vorerst nur beobachten.

Auch den Renditefresser Kosten gilt es zu beachten: Für einen Aktienfonds fallen im Mittel laufende Kosten von knapp 2 % an, für einen Rentenfonds 1,3 %, wie das Researchhaus Feri Trust angibt. Knapp zwei Drittel davon macht die Gebühr für das Management des Fonds aus. Günstig kaufen kann man meist bei Direktbrokern, die zahlreiche Fonds mit reduziertem Ausgabeaufschlag anbieten. Diese Verkaufsgebühr schwankt bei Aktienfonds im übrigen beträchtlich – zwischen gut 1 % und über 5 %. Bei kürzeren Anlagezeiträumen rechnen sich die ausgabeaufschlagfreien Tradingsfonds, deren Verwaltungsgebühr allerdings höher ist.

Am leichtesten kommt sicherlich durch den Fondsdschungel, wer sich einen kompetenten Vermögensberater leistet. Allerdings wählen längst nicht alle bankunabhängigen Berater Fonds aus dem gesamten Spektrum aus. Und bei vielen Banken und Sparkassen verkaufen Kundenberater nach wie vor am liebsten die hauseigenen Fonds. Zwar bekommt der Kunde inzwischen bei Banken in der Regel auch Fonds fremder Anbieter. Aktiv angeboten werden sie aber eher nicht.

Letztlich setzt ein Anleger mit dem Kauf eines Fonds darauf, dass sich die dem Fondsmanager gewährten Vorschusslorbeeren auszahlen.

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