Einstiges Nischenprodukt macht Aktienfonds Konkurrenz
Zertifikate auf dem Vormarsch

Zertifikate sind in: Profis zocken mit hochriskanten Hebelprodukten. Anfänger kaufen Zertifikate auf einen Index und solche, die mit gewissen Sicherheiten ausgestattet sind.

FRANKFURT. Derzeit gibt es etwa 20 000 dieser börsengehandelten Wertpapiere, deren Stand an Aktien, Währungen oder Rohstoffe gekoppelt ist – doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. Auf einige werden gar schon Sparpläne angeboten.

Das Nachsehen haben Aktienfonds: Der Nettozufluss in Zertifikate betrug 2003 stolze 5,0 Mrd. Euro, schätzt Sal. Oppenheim. Für Aktienfonds meldete der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) lediglich Zuflüsse von 3,7 Mrd. Euro. Dabei erwerben Zertifikate-Käufer, anders als Besitzer von Fondsanteilen, einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den Emittenten. Wichtig zu wissen: Sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, ist das Anlegergeld weg.

Seit zwei Jahren ändert das aber nichts daran, dass Anleger immer häufiger lieber zu Zertifikaten als zu Fonds oder Einzelaktien greifen. Und das ist kein Zufall: Institutionelle wie Private haben beim Platzen der Dot.Com-Blase erfahren, wie schmerzlich Verluste an der Börse sind. Diese gilt es zu vermeiden, notfalls auf Kosten der Performance. Das geht beispielsweise mit so genannten Bonus-Zertifikaten. Die schützen weitestgehend vor Verlusten, beteiligen aber an Kursgewinnen. Außerdem können Anleger mit Zertifikaten ihr Depot breit streuen und so Risiken abmildern.

Mit Zertifikaten lassen sich für jedermann nahezu alle Marktmeinungen schneller, differenzierter und oftmals günstiger umsetzen als mit Fonds. Investoren müssen ihre Strategie überprüfen, nähert sich die Laufzeit des Zertifikats dem Ende. Auch das kann vorteilhaft sein.

Allerdings etabliert sich das einstige Spekulationsobjekt als Alternative zu Fonds vor allem bei erfahrenen, gut informierten Anlegern mit Internetkenntnissen. Soll der Zertifikate-Boom anhalten, müssen die Banken ihr Beratungsangebot auch für die breite Masse ausbauen.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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