Fondsanleger sollten stärker auf die Kosten achten
Im Gebührendschungel

Sich mit Gebühren auszukennen, zahlt sich in der Regel aus. Das gilt seit der jüngsten Gebührenerhöhungswelle einmal mehr für die Fondsbranche.

FRANKFURT. Nicht nur, dass in diesem Jahr die Commerzbank-Tochter Adig und die Allianz-Tochter DIT ihre Managementgebühren für viele Fonds deutlich zweistellig erhöht haben. Neben den zahlreichen bestehenden Gebührenkomponenten fordern immer mehr Investmenthäuser nach angelsächsischem Vorbild noch eine Extra-Gebühr: die erfolgsabhängige Provision.

Fondshäuser in Deutschland verlangen nach Angabe von Kai Wiecking vom Fondsrating-Haus Morningstar bis zu einem Drittel mehr als in den USA. Teilweise begründet er die Differenz mit dem zersplitterten europäischen Markt und geringeren Volumina als in den USA. Aber in vielen europäischen Ländern hätten die Großkonzerne ihre Fondstöchter eben noch fest im Griff. Und Deutschland gehört dazu: Der Anteil der über die eigene Bank verkauften Fonds betrage noch immer 80 %.

Mit steigendem Vertriebsaufwand begründen Fonds hauptsächlich ihre Gebührencoups. Lange Zeit hätten Großkonzerne ihre Töchter als Cash Cows genutzt, erklärt Wiecking. Seit aber mit sinkenden Aktienkursen die Fondsvermögen und damit die bestandsabhängigen Managementprovisionen geschrumpft sind und das Neugeschäft nicht mehr brummt, machen die Banken Druck. Teuer ist der Trend, Fonds über fremde Anbieter zu verkaufen. Hier geben die Auslandsfondshäuser die Preise vor: Sie zahlen hohe Provisionen, um die hiesigen Vertriebsnetze nutzen zu können. Über den Ausgabeaufschlag und einen Teil der Managementgebühr zahlt das der Anleger. Und darauf noch eine erfolgsabhängige Gebühr? Grundsätzlich sei gegen eine solche Provision nichts einzuwenden, meint Min Sun, Geschäftsführer beim Fondsresearchhaus Feri Trust. Sie muss aber so ausgestaltet sein, dass Fondsmanager dadurch nicht verleitet werden, zu hohe Risiken einzugehen.

Wie findet ein Anleger nun Fonds mit akzeptabler Gebührenstruktur? Wer sich in einer gewünschten Fondsgruppe interessante Produkte ausgewählt hat, sollte im zweiten Schritt Kosten vergleichen. Da viele Fondsfirmen inzwischen Gesamtkosten (Total Expense Ratio – TER) ausweisen, muss man sich die Kosten nicht mehr mühsam einzeln aus dem Verkaufsprospekt und Rechenschaftsbericht herauspicken. Beim Ausgabeaufschlag, der Kaufgebühr, muss ein Anleger entscheiden, wie lange er den Fonds halten will. Nur wenn er den Fonds mehrere Jahre im Depot hält, steht er sich im Vergleich zu einem aufschlagfreien Fonds mit etwas höherer Managementgebühr besser. Unter www.finanztreff.de kann man Fonds nach dem Kriterium Gebühren vergleichen. Bei aller Kosten-Jongliererei zählt am Ende allerdings, was ein Fonds netto an Ertrag bringt.

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